KUNSTMUSEUM RAVENSBURG

Das Kunstmuseum Ravensburg wurde von dem Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei entworfen und beheimatet eine der größten Privatsammlungen Süddeutschlands. Unter dem Format "Selinka Classics" wird eine Auswahl der über 200 Werke umfassenden Sammlung des früheren Werbeberaters Peter Selinka (1924 - 2006) und seiner Frau Gudrun Selinka permanent im Museum gezeigt. Darüber hinaus bietet das Museum Raum für Wechselausstellungen und Kreativ-Angebote. Die Leitung des Hauses hat seit 2011 Dr. Nicole Fritz inne. 2014 wurde das Kunstmuseum Ravensburg für den Europäischen Museumspreis (EMYA) nominiert und erhielt zudem die Auszeichnung zum "Museum des Jahres 2015".


 

Emil Nolde. Der Maler

Ausstellungsdauer: 5. November 2016 bis 5. Februar 2017


Emil Nolde, Feriengäste, 1911. Öl auf Leinwand. Brücke-Museum, Berlin
© Nolde Stiftung Seebüll; Foto: Roman März
Emil Nolde, Feriengäste, 1911. Öl auf Leinwand. Brücke-Museum, Berlin
© Nolde Stiftung Seebüll; Foto: Roman März

Mit der Ausstellung über Emil Nolde (1867‒1956), dem Individualisten des deutschen Expressionismus, setzt das Kunstmuseum Ravensburg die Vorstellung der in der Sammlung Selinka vertretenen Expressionisten fort. Emil Nolde wurde im August 1867 als Sohn eines Landwirtes im deutsch-dänischen Grenzland geboren. Nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer und Zeichner in Flensburg und Wanderjahren in Süddeutschland und Berlin, ließ er sich 1903 auf der Insel Alsen nieder. Dort fand er zu seinem eigentlichen Ausdrucksmittel ‒ der Farbe. Nach dem Credo „der Maler braucht nicht viel zu wissen, sondern wesentlich seinem Instinkt zu folgen“, setzte Nolde, getragen von der Suche nach dem ursprünglichen Ausdruck, innere und äußere Wahrnehmungen spontan und unvermittelt ohne Rücksicht auf Perspektive und Form in starkfarbige Aquarelle und Ölmalerei um.
Die in Kooperation mit dem Brücke-Museum und der Nolde Stiftung Seebüll erarbeitete Ausstellung gibt einen Überblick über das Werk des bedeutenden Expressionisten. Präsentiert werden über 60 hochkarätige Werke von den frühen Jahren als Mitglied der Brücke in Berlin, über die Südseereise, die Zeit im Nationalsozialismus bis hin zu den späten Jahren. In der Nachbarschaft zur Sammlung Peter und Gudrun Selinka wird nicht zuletzt deutlich, dass Nolde in seiner Faszination für die nordeuropäische Mythen- und Sagenwelt mit den Künstlern der COBRA-Bewegung verwandt war und in der Art und Weise, wie er den Zufall als bildnerisches Element einbezog, Tendenzen des Tachismus und des Informel der fünfziger Jahre vorweggenommen hat.

Zur Ausstellung


SWR-Beitrag zur Ausstellung

Lesenswerte Rezension zur Ausstellung



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