Ausstellungen
Aktuell





Emil Nolde. Der Maler

Ausstellungsdauer: 5. November 2016 bis 5. Februar 2017


 
Emil Nolde, Feriengäste, 1911. Öl auf Leinwand. Brücke-Museum, Berlin
© Nolde Stiftung Seebüll; Foto: Roman März
Emil Nolde, Feriengäste, 1911. Öl auf Leinwand. Brücke-Museum, Berlin
© Nolde Stiftung Seebüll; Foto: Roman März

Mit der Ausstellung über Emil Nolde (1867‒1956), dem Individualisten des deutschen Expressionismus, setzt das Kunstmuseum Ravensburg die Vorstellung der in der Sammlung Selinka vertretenen Expressionisten fort. Dank der Kooperation mit dem Brücke-Museum Berlin und der Nolde Stiftung Seebüll kann erstmals in Oberschwaben der „ganze“ Nolde mit über 60 hochkarätigen musealen Meisterwerken vorgestellt werden. Die Ausstellung EMIL NOLDE. DER MALER gibt einen Überblick über das Werk des bedeutenden Expressionisten von den frühen Jahren als Mitglied der BRÜCKE in Berlin, über die Südseereise, die Zeit im Nationalsozialismus bis hin zu den späten Jahren.

Emil Nolde wurde im August 1867 als Sohn eines Landwirtes im deutsch-dänischen Grenzgebiet geboren. Nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer und Zeichner in Flensburg und Wanderjahren in Süddeutschland und Berlin, ließ er sich 1903 auf der Insel Alsen nieder, wo er gemeinsam mit seiner Frau Ada in einem Fischerhaus lebte. Auf Alsen fand er zu seinem eigentlichen Ausdrucksmittel ‒ der Farbe ‒ und zu seinem neuen Sujet der farbintensiv strahlenden Garten- und Blumenbilder. Nach dem Credo „der Maler braucht nicht viel zu wissen, sondern wesentlich seinem Instinkt zu folgen“, setzte Nolde, getragen von der Suche nach dem ursprünglichen Ausdruck, innere und äußere Wahrnehmungen spontan und unvermittelt ohne Rücksicht auf Perspektive und Form in ausdrucksvolle Malerei um.

Dem Ruf des von Noldes bewegten “Farbenstürmen” begeisterten Karl Schmidt-Rottluffs folgend, trat Nolde 1906 der Künstlergruppe BRÜCKE bei. Unter diesem Einfluss gelang es ihm, seine von äußeren Eindrücken und Erlebnissen angestoßenen inneren Bilder noch ausdrucksstärker auf die Leinwand zu bringen.

Motivisch stehen Noldes naturzugewandte Darstellungen – Meer, Land-schaft und Blumen – seinen fantastisch-grotesken Gegenwelten sowie sei-ner Werkgruppe mit "biblischen und Legendenbildern" gegenüber. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Emil Nolde als figurativer Maler. Als wichtiger Katalysator für dessen künstlerische Entwicklung hin zu einer freien und expressiven Figuration wirkte die Auseinandersetzung mit der Kultur sogenannter 'primitiver' Völker. Die Formensprache außereuropäischer Kunst studierte der Künstler nicht nur im Völkerkundemuseum sondern während seiner Südsee-Reise nach Neuguinea 1913/14 . Seine allmählich wachsende eigene Sammlung exotischer Figuren und Masken kombinierte Nolde außerdem mit europäischen Artefakten zu unkonventionellen Stillleben.

Parallel zur Malerei hat Nolde in allen Schaffensphasen auch mit der Technik des Aquarells experimentiert. Mit locker aufgetragenen, stark verwäs-serten Farben löste er sich zunehmend von einer zeichnerisch aufgefassten Malweise und entwickelte das Motiv allein mittels lasierender Farbflächen. Gerade in seinen Figurenbildern führte dieser Malstil, das belegt die Ausstellung, zu radikal modernen Darstellungen.


In der Nachbarschaft zur Sammlung Peter und Gudrun Selinka wird nicht zuletzt deutlich, dass Nolde in seiner Faszination für die nordeuropäische Mythen- und Sagenwelt mit den Künstlern der CoBrA-Bewegung verwandt war. Das Groteske und Fantastische ist ein Grundelement von Noldes Kunst. Ein anderes ist die Farbe. "Farbe ist Kraft. Kraft ist Leben" schrieb Nolde und setzte lange vor den Künstlern der CoBrA-Bewegung, bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts, instinktiv innere und äußere Wahrnehmungen spontan und unvermittelt in starkfarbige Aquarelle und Ölmalerei um. In der Art und Weise, wie er den Zufall als bildnerisches Element einbezog, hat Emil Nolde Tendenzen des Tachismus und des Informel der fünfziger Jahre vorweggenommen.


Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Prof. Dr. Magdalena M. Moeller, Brücke-Museum Berlin, und Dr. Christian Ring, Nolde Stiftung Seebüll, denen wir herzlich für die Zusammenarbeit danken.


 

Ravensburger Edition

QR-Codes

Exklusiv für das Kunstmuseum Ravensburg haben die Künstlerinnen Eva Paulitsch und Uta Weyrich eine limitierte Edition ihrer QR-Codes aufgelegt. Vor der Eröffnung ihrer Ausstellung „Handyfilmprojekt“ gaben die Codes in Form eines traditionellen Tafelbildes einen Vorgeschmack auf die Ausstellung. Die als konkrete Bilder aufbereiteten QR-Codes schreiben sich in die Kunstgeschichte ein und führen die Tradition der Malerei auf zeitgemäße und originelle Art und Weise fort. Es überrascht deshalb nicht, dass ihre Werke in bedeutenden Sammlungen wie dem Kunstmuseum Stuttgart, Sammlung des Landes Kärnten und beim Bundeskanzleramt in Wien vertreten sind.

Nun sind 9 ausgewählte Arbeiten im Format 90 x 90 cm als Einzeldruck oder in Serie im Kunstmuseum zu erhalten. Die Besonderheit: hinter jeder Bildoberfläche verbirgt sich ein Handyfilm, den das Künstlerduo von Ravensburger Jugendlichen gesammelt und künstlerisch aufbereitet hat.

Nähere Informationen unter Tel. +49 751 82 455 oder kunstmuseum@ravensburg.de


Kunstmuseums-Edition im Angebot

Kunstmuseums-Edition im Angebot

Das Künstlerduo Gert und Uwe Tobias fertigte exklusiv für Ravensburg eine Edition an. Die Litografien sind auf 16 Blätter limitiert. Nähere Informationen unter Tel. +49 751 82 847 oder kunstmuseum@ravensburg.de

 
 
 
 

Premiumsponsoren

Sponsoren

 
 
Kontakt     •     Impressum     •     Datenschutz     •     Newsletter