Ausstellungen Rückblick 

FACE IT! Im Selbstgespräch mit dem Anderen

29. Juni bis 29. September 2019

 
Nan Goldin, Jimmy Paulette and Taboo! In the Bathroom, 1991, C Print, 40 × 60 cm, Sammlung Wemhöner, © Nan Goldin
Nan Goldin, Jimmy Paulette and Taboo! In the Bathroom, 1991, C Print, 40 × 60 cm, Sammlung Wemhöner, © Nan Goldin
 
 

Die Gruppenausstellung rückt das Gesicht als Medium zwischen dem ›Ich‹ und dem ›Anderen‹ in den Mittelpunkt als Nahtstelle zwischen Präsenz und Repräsentation. Im Dialog zwischen Werken des frühen 20. Jahrhunderts und zeitgenössischen KünstlerInnen und im Zusammenspiel mit der eigenen Sammlung zeigt sich das Gesicht als Schauplatz von Emotionen, die vom jeweiligen Selbstbild wie von gesellschaftlichen Konventionen überformt werden. Das Gesicht ist zugleich Ort des Zeigens und Verbergens, der Inszenierung und des Rückzugs. Mit den thematischen Schwerpunkten: »Privatim: Schlaf–Ekstase–Tod«, »Jenseits dichotomer Rollenbilder«, »Expressives Mienenspiel« sowie »Spiegelungen und Doppelgänger« untersucht die Ausstellung das Gesicht im Spannungsfeld von Selbstausdruck, Selbstbild und gesellschaftlichen Codes. Wer (s)ein Gesicht betrachtet, will sich ein Bild machen. Der Spiegel ist Ort des Austauschs der eigenen Blicke mit sich selbst und bietet immer wieder Anlass, die Distanz zwischen dem ›Ich‹ und dem ›Anderen‹, zwischen dem Selbst- und Spiegelbild neu zu vermessen. Auch der Blickwechsel mit einem Gegenüber beinhaltet zugleich den Verweis auf sich selbst, auf die eigenen Rollen und Selbstbilder. Im inneren Dialog wird das Gesicht so als Spiegel des Selbst im Anderen erfahrbar.


Mit Werken von Marlene Dumas, Nan Goldin, Asta Gröting, Zhang Huan, Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Cindy Sherman, Max Kaus, Ernst Ludwig Kirchner, Jürgen Klauke, VALIE EXPORT, Bjørn Melhus, Marjoleine Boonstra, Pierre Alechinsky, Ugo Rondinone, Edvard Munch, Arnulf Rainer, John Smith, Albrecht Tübke, Mark Wallinger, Aura Rosenberg, Karel Appel, Zanele Muholi, Dieter Appelt, Robbie Cooper, Alex Katz, Bettina Rheims, Oskar Kokoschka & Hermine Moos, Georg Kolbe, Michelangelo Pistoletto, Karl Schmidt-Rottluff, Andreas Slominski, Erró, Marina Abramović & Ulay


Rahmenprogramm:
11.07.2019: Vortrag: »Wem gehört mein Gesicht? Geschichte und Gegenwart der Gesichtserkennung« von Dr. Roland Meyer, Kulturwissenschaftler, BTU Cottbus-Senftenberg

12.09.2019: Vortrag: »Grenzgänge des Mienenspiels. Selfies und die Professionalisierung der Mimik« von Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Kulturwissenschaftler, Autor 

19.09.2019: Im Dialog mit Kathrin Meyer, Kuratorin Deutsches Hygiene-Museum Dresden


ERNST LUDWIG KIRCHNER. Fantastische Figuren (1./2. OG)

16. März bis 10. Juni 2019

 
Ernst Ludwig Kirchner, Mandolinistin, 1921, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, © Kirchner Museum Davos, Foto: Jakob Jägli
Ernst Ludwig Kirchner, Mandolinistin, 1921, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, © Kirchner Museum Davos, Foto: Jakob Jägli
 
 

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Mitbegründer der Künstlergemeinschaft »Brücke«, zählt heute zu den bekanntesten deutschen Expressionisten. Das Kunstmuseum Ravensburg prä-sentiert mit über 100 Werken eine Einzelausstellung, die Kirchners fantastische Figuren an-hand ausgewählter Gemälde, Fotografien und zahlreicher Papierarbeiten in den Fokus rückt. In ihnen spiegeln sich nicht nur alle Perioden seines Œuvres, sondern sie stehen auch stell-vertretend für seine Stilbildung und künstlerische Entwicklung. Obwohl Kirchner ein meister-hafter Landschaftsmaler war, bildet die menschliche Gestalt doch immer das Zentrum seines Schaffens. Schon früh zieht es ihn in die pulsierende Metropole Berlin, wo er in exotisierten Ateliers sein Verständnis einer avantgardistischen Malerei zelebrierte, unterbrochen nur von eskapistischen Ausflügen in die Natur. Mit schnellem Strich gelingt es ihm dort spielerisch, auf Papier Moment und Bewegung einzufangen. Hier offenbart sich die herausragende zeichnerische Kraft Kirchners. Neben Gemälden und Fotografien beleuchtet die Ausstellung anhand von Skizzenbüchern und zahlreichen Zeichnungen, welch hohen Stellenwert die Pa-pierarbeiten in Kirchners Werk einnehmen. Das Schweizer Spätwerk Ende der 1920er Jahre offenbart schließlich Kirchners Neuerfindung als kompromissloser, progressiver Künstler, der bemüht war, einer sich stetig wandelnden Welt adäquaten Ausdruck zu verleihen. Mit dem von ihm getauften »Neuen Stil« betritt er malerisches Neuland, in dem er seine Bilder einer vollkommenen Flächigkeit unterwirft und seinen expressiven Stil nun vollends aufgibt. Fanta-sie und Realität verschmelzen in diesen Werken zu atemberaubenden Farbexplosionen. Leihgaben für die Ausstellung werden vom Kirchner Museum Davos, vom Museum Biberach und vom Lehmbruck Museum Duisburg zur Verfügung gestellt und von Arbeiten aus der Sammlung Selinka ergänzt. Die Ausstellung wurde kuratiert von Katharina Beisiegel in Zu-sammenarbeit mit Ute Stuffer.


Rahmenprogramm:

29.03.2019: Im Dialog mit Dr. Thorsten Sadowsky, Direktor Museum der Moderne Salzburg


25.04.2019: Vortrag: »Von ›Phantasiegeschöpfen‹ und Armstuhlreisen: Ernst Ludwig Kirchner und das Fantastische« von Katharina Beisiegel, Kuratorin und Kirchner-Expertin


23.05.2019: Zu Gast: »Über die Harmonie von Bild und Rahmen und originäre künstlerische Rahmengestaltungen« mit Werner Murrer, Rahmenexperte - Schwerpunkt Expressionismus


06.06.2019: Im Dialog mit Dr. Uwe Degreif, langjähriger Kurator des Museum Biberach


PROJEKTIONEN V–VII. STADT- UND SOUNDLANDSCHAFTEN (EG)

16. März bis 10. Juni 2019

 
Plakat PROJEKTIONEN V-VII
Plakat PROJEKTIONEN V-VII

Die Filmreihe stellt nacheinander drei Arbeiten vor, die den Blick auf den öffentlichen Raum um Hör-Perspektiven erweitern. Der Ton liefert die Struktur für Erfahrung, Aneignung und Vermessung der urbanen Welt. In Nevin Aladağs (*1972 TR) »Traces« produziert die City selbst den Soundtrack zum Film, ohne dass Menschen Hand anlegen. Musikinstrumente werden von Wind und Stadtmobiliar gespielt. Adnan Softić (*1975 BA) porträtiert in »Bigger than Life« die Metropole Skopje, wo ein pseudo-antikes Stadtzentrum nach dem Vorbild von Rom und Athen entsteht. Fragen nach Authentizität, nationaler Identität und Erinnerung werden musikalisch kommentiert. Mit »Plot Point« von Nicolas Provost (*1969 BE) gerät schließlich der New Yorker Times Square in den Fokus. Die Bild- und Soundmontage verdichtet das dokumentarische Material zu einer Erzählung, in der die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen. Die fortlaufende Filmreihe entsteht in Kooperation mit Kristina Tieke. 


16.03. bis 07.04.2019 | Nevin Aladağ: Traces (2015) 


11.04. bis 14.05.2019 | Adnan Softić: Bigger than Life (2018)


17.05. bis 10.06.2019 | Nicolas Provost: Plot Point (2007)


Weitere Informationen zu PROJEKTIONEN V-VII



Martha Jungwirth. Panta Rhei (1./2. OG)

20. Oktober 2018 bis 24. Februar 2019

Martha Jungwirth, Ohne Titel (aus der Serie Istanbul), 2017, Öl auf Papier auf Leinwand
Sammlung Eric Freymond, Genf, Courtesy Galerie Krinzinger © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Martha Jungwirth, Ohne Titel (aus der Serie Istanbul), 2017, Öl auf Papier auf Leinwand
Sammlung Eric Freymond, Genf, Courtesy Galerie Krinzinger © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
 
 

Mit der Einzelausstellung von Martha Jungwirth (*1940, Wien) präsentiert das Kunstmuseum Ravensburg die bislang umfassendste Ausstellung der österreichischen Künstlerin in Deutschland. Jungwirths farbmächtigen Bildwelten oszillieren zwischen gestischer Abstraktion und Gegenständlichkeit und formen ein eigenes, bedeutungsoffenes »Äquivalent zur starren verbindlichen Realität« (Jungwirth, 1988). Die Werkschau spannt einen Bogen von Schlüsselwerken aus den 1970er Jahren bis heute und setzt einen Schwerpunkt bei Jungwirths Aquarellen, deren koloristischen Möglichkeiten sie von Anbeginn ihres Schaffens auslotet. Jungwirth wurde 2018 mit dem renommierten Oskar-Kokoschka-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, das die Albertina in Wien in einer Retrospektive vorstellte.

Martha Jungwirths Malereien sind sensuelle Notationen von Gesehenem, Erfahrenem und Erinnertem. In ihren Arbeiten gelingt es ihr, innere Bilder in eigenständige Farb- und Formkompositionen zu überführen, ohne die Referenz zum gegenständlichen Motiv, als Urzelle der Arbeit zu verleugnen. Impulsgeber ihrer kleinformatigen bis monumentalen Aquarelle und Ölmalereien sind sowohl Eindrücke von Reisen oder von Freunden, die sie porträtierte, wie auch Abbildungen politischer Ereignisse, kunsthistorischer Gemälde oder die griechische Mythologie. Im Arbeitsprozess dient Jungwirth der Körper in zweifacher Hinsicht als Filter äußerer Eindrücke: »Wenn die äußere Bewegung, die Körperbewegung und die innere Bewegung zusammentreffen und wenn dieses Zusammentreffen glückt, dann geht die Malerei los« (Jungwirth, 1994). Der energische Malprozess schließt den kontrollierten Zufall ein und bleibt stets sichtbar. Flecken, Tropfen und Farbrinnsale lassen sinnliche Turbulenzen entstehen und werden Bestandteil der Komposition, die eine Atmosphäre des Fluiden, Offenen und Transparenten kennzeichnet. Um in den Arbeiten dieser Künstlerin anzukommen, muss man das Risiko eingehen, sich in ihnen zu verlieren.

Rahmenprogramm:
07.12.2018: Im Dialog: »Fokus: Martha Jungwirth. Aquarell« mit Dr. Thomas Knubben, Professor für Kulturwissenschaft und Kulturmanagement, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg 


17.01.2018: Vortrag: »Martha Jungwirth: Losgelassenes Erfassen« von Prof. Dr. Jörg Heiser, Kunstkritiker und Direktor Institut für Kunst im Kontext, Universität der Künste Berlin


Pierre Alechinsky

Präsentation Sammlung Selinka (EG)

10. November 2018 bis 24. Februar 2019

Pierre Alechinsky: Le chemin creux, 1978, Peter und Gudrun Selinka-Stiftung, Foto: Thomas Weiss, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Pierre Alechinsky: Le chemin creux, 1978, Peter und Gudrun Selinka-Stiftung, Foto: Thomas Weiss, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
 
 

Ausgewählte Arbeiten von Pierre Alechinsky (*1927, Brüssel, BE, wohnhaft in Bougival, FR) aus der Sammlung Selinka werden im Sammlungsraum des Kunstmuseum Ravensburg präsentiert und durch filmische und schriftliche Dokumentationen ergänzt. 1975 entdeckte Peter Selinka (1924-2006) Alechinskys Werke im Musée d’art moderne de la Ville de Paris und erwarb anschließend mit Situation sans illusion (1959-1961) das erste von zahlreichen weiteren Bildern der CoBrA-Bewegung für seine Sammlung. Im Zusammenspiel von körperlicher Aktion, spontaner Assoziation und spielerischer Transformation des Motivs entwickelt Alechinsky einen fantastischen Bilderkosmos, in dem ihm das Unterbewusste als Nährboden dient: »Man könnte sagen, dass ich beim Malen Monster, meine Monster, befreie – ich bin verantwortlich«, so Alechinsky 1961.

Als ehemals jüngstes Mitglied der Künstlergruppe CoBrA (1948 bis 1951) übten die Aufbruchstimmung und der Austausch innerhalb des internationalen Zusammenschlusses nachhaltigen Einfluss auf die Arbeit des Wahlfranzosen aus. Da sein künstlerisches Hauptwerk nach der CoBrA-Zeit entstand, versteht sich Alechinsky als post-CoBrA Künstler. Alechinskys bildnerischer Ausdruck wandelte sich in den 1950er Jahren von weitgehend abstrakten Formen hin zu einer groben Figuration und Gegenständlichkeit aus linearen Gefügen. In seinen Werken vereint er westliche und östliche Einflüsse und entwickelt im Bewegungsfluss improvisierter Formentfaltung labyrinthische, die gesamte Bildfläche einnehmende Kompositionen voller Anspielungsreichtum.

Rahmenprogramm:
22.11.2018: Vortrag: »Pierre Alechinsky: Das Bild als Möglichkeitsraum« von Dr. Margrit Brehm, Kunstwissenschaftlerin und Autorin


07.02.2019: Im Dialog: »Fokus: Pierre Alechinsky und die Sammlung Selinka« mit Gudrun Selinka



Projektionen. facetten der erinnerung (EG)

 28. April bis 30. September 2018


Ausstellungsplakat Projektionen 
© Jonas Mekas
Ausstellungsplakat Projektionen
© Jonas Mekas

Die Ausstellungsreihe »Projektionen« stellt nacheinander vier filmische Arbeiten zeitgenössischer Künstler vor, die das Zusammenspiel von Erinnerung und Identität auf unterschiedlichste Weise thematisieren. Der Titel des neuen Formats lässt sowohl die technischen Bedingungen des Mediums Film als auch die Beteiligung des Betrachters, seine individuellen Assoziationen und Erinnerungen, anklingen. In »Here & Elsewhere« (2002) von Kerry Tribe (*1973 USA) richtet ein Vater philosophische Fragen an seine zehnjährige Tochter, die die Bedingungen menschlicher Existenz verhandeln und um Zeit, Raum, Erinnerung, Bewusstsein und Identität kreisen. Die poetische Filmcollage »As I Was Moving Ahead Occasionally I Saw Brief Glimpses of Beauty« (2000) von Jonas Mekas (*1922 LTU) vereint als sprunghafte Rückblende alltägliche Szenen aus dem Leben des damals fast achtzigjährigen Filmemachers in seiner Wahlheimat New York. Das subjektive Filmtagebuch lässt die Schönheit einzelner Momente sichtbar werden und in persönlichen Erinnerungen das Universelle aufscheinen. Hiwa K (*1975 IRQ) folgt in »Pre-Image (Blind as the Mother Tongue)« (2017) den Etappen seiner Flucht, die ihn vor Jahren aus dem Nordirak nach Italien führten. Den Blick richtet der Künstler jedoch nicht nach vorn, sondern auf einen auf seiner Nase balancierenden Stab mit Motorradspiegeln, der ihm als Navigationshilfe dient. Die fragmentarischen Ausschnitte der Spiegelungen verweisen auf die Erfahrung der Desorientierung und existentiellen Verunsicherung. Christoph Girardet & Matthias Müller (*1966/*1961 D) lösen Szenen aus existierendem Filmmaterial aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und überführen diese in Filmcollagen mit neuen Bedeutungsebenen. Leere Fotoalben, blanke Zettel und karge Interieurs fungieren als Indizien verlorener Erinnerung: »personne« (2016) rückt anhand zahlreicher filmischer Wiedergänger die Themen Selbstentfremdung und Identität in den Mittelpunkt.


Rahmenprogramm:

05.07.2018, im Rahmen von Projektionen II, Vortrag: »Jonas Mekas und die Entdeckung des Alltags« von Prof. Thomas Wagner, Autor, Kunstkritiker, Honorarprofessur für Kunstgeschichte, AdBK Nürnberg


13.09.2018, im Rahmen von Projektionen IV, Künstlergespräch mit Christoph Girardet


Weitere Informationen zu PROJEKTIONEN I-IV



Hermann Waibel. Bildlicht (1./2. OG)

28. April bis 30. September 2018


Ausstellungsansicht »Hermann Waibel. Bildlicht«
Kunstmuseum Ravensburg, 2018, Foto: Wynrich Zlomke
Ausstellungsansicht »Hermann Waibel. Bildlicht«
Kunstmuseum Ravensburg, 2018, Foto: Wynrich Zlomke

Unter dem Titel »Bildlicht« zeigte das Kunstmuseum Ravensburg erstmalig das Werk von Hermann Waibel in einer umfassenden Retrospektive. Präsentiert wird das Lebenswerk des in Ravensburg gebürtigen Künstlers entlang wichtiger Stationen seines Schaffens. So wendet sich Hermann Waibel Ende der 1950er Jahre parallel zu der Strömung  der Konkreten Kunst von der Porträtmalerei und der darstellenden Funktion der Malerei ab. Die gestalterischen Mittel, Farbe, Form, Raum und Bildträger selbst werden zum Gegenstand seiner Werke. Im Mittelpunkt seiner über 60-jährigen Auseinandersetzung mit den malerischen Mitteln steht das Licht, es wird zu seinem Lebensthema. Bei dem Versuch, die Immaterialität des Lichtes in einer materiellen Form erfahrbar werden zu lassen, experimentiert Waibel mit unterschiedlichsten Bildträgern – von der planen Leinwand über das Relief zur Erweiterung des Bildes als Skulptur bis hin zur Antithese der Zerstörung gar Verbrennung des Bildes durch Feuer. Durch verschiedene geometrische Formen, Strukturen, Raster, Schichtungen sowie Farbgebungen verschafft er dem Licht ein Spielfeld zur kontinuierlichen Veränderung seiner Lichtinstrumente. Die an den Phänomenen des Wahrnehmungsspektrums des Lichtes orientierten Arbeiten fordern jeden Besucher auf, sich dem Rätsel seiner Wahrnehmung zu stellen, denn letztlich bleibt alles eine Frage der Perspektive.


Rahmenprogramm:

17.05.2018: Vortrag: »Zu Gast: Im Raum des Vorpolitischen - zur Kunst im Nationalsozialismus« mit Prof. Dr. Karen van den Berg, Lehrstuhl für Kunsttheorie und inszenatorische Praxis, Zeppelin Universität 


22.06.2018: Vortrag »Konkret: Konkrete Kunst. Was ist Konkrete Kunst?« mit Dr. Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst, Vorsitzende der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt 



Fremde Blicke. Marcus Schwier : Ravensburg (EG)

27. Januar bis 8. April 2018


© Marcus Schwier
© Marcus Schwier

Unter dem Ausstellungsformat »Fremde Blicke« wurde der aus Düsseldorf gebürtige Fotograf Marcus Schwier eingeladen, die Stadt Ravensburg zu besuchen. Marcus Schwier experimentiert seit über zwanzig Jahren mit dem Kodak Aerochrom Verfahren, einem Infrarot-Film, der während des Kalten Krieges entwickelt wurde, um mit Infrarotstrahlen verborgene feindliche Ziele in der Landschaft sichtbar zu machen. Für die Ausstellung im Kunstmuseum nutzt er diese Technologie, um die Stadt zu erkunden. Die von Schwier auf diese Weise zu Tage beförderten Ansichten überraschen: sie zeigen das Gewohnte, die Straßen, Plätze und Architektur auf eindrucksvolle Art und Weise in ihrer Farbgebung verändert. Das Alltägliche erscheint surreal und bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Auf diese Weise wird uns im wahrsten Sinne vor Augen geführt, dass auch unsere Wahrnehmung uns nur einen Bruchteil der »Realität« abbildet. Marcus Schwier gelingt es mit der Technik der Infrarotfotografie nicht nur die Grenzen unserer Wahrnehmung sichtbar werden zu lassen. Seine Werke bieten einmal mehr die Möglichkeit, die Physiognomie der Stadt bewusster zu erfassen und das Bekannte mit den Augen des Fotografen neu zu sehen.



Karl Schmidt-Rottluff. Das Rauschen der Farben 

4. November 2017 bis 8. April 2018


Karl Schmidt-Rottluff, Gelbe Palette, 1953, Öl auf Leinwand, Brücke-Museum Berlin 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Karl Schmidt-Rottluff, Gelbe Palette, 1953, Öl auf Leinwand, Brücke-Museum Berlin
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Die „unerklärliche Sehnsucht, das zu fassen, was ich sehe und fühle, und dafür den reinsten Ausdruck zu finden“, spiegelt sich im gesamten Werk des „Brücke“-Künstlers Karl Schmidt-Rottluff wider. Seine Landschafts- und Figurenbilder, Stilleben und Porträts sind farbgewaltige Zeugnisse einer direkten und klaren Bildsprache. Elektrisiert von der Begegnung mit Werken van Goghs, die in ihrer ungestümen Malweise die Gefühlszustände des Malers manifestieren, fand Schmidt-Rottluff früh zu einer Handschrift, die das „unmittelbar und unverfälscht“ wiedergab, „was zum Schaffen drängt“. Die in der Ausstellung vertretenen rund 70 hochkarätigen Landschafts- und Figurenbilder, Stillleben und Porträts sind farbgewaltige Zeugnisse seiner direkten und klaren Bildsprache. Es wird nicht nur die künstlerische, sondern auch die persönliche Entwicklung des introvertierten Einzelgängers des Brücke-Kreises vorgestellt.


Die in Kooperation mit dem Brücke-Museum und weiteren Leihgebern wie beispielsweise den Kunstsammlungen Chemnitz und dem Belvedere in Österreich realisierte Ausstellung gibt einen Überblick über sämtliche Schaffensperioden des Künstlers – vom impulsiven Frühwerk der „Brücke“-Zeit über die beruhigte Ausdrucksweise der 1920er und 1930er Jahre bis zum Spätwerk der 1950er und 1960er Jahre mit seinen leuchtend monumentalen Kompositionen. Die Schau verdeutlicht, wie Schmidt-Rottluff sein unverwechselbares künstlerisches Vokabular erarbeitete und dabei immer derselbe blieb: der „Magier der Farbe“.

Kuratorinnen: Christiane Remm, Dr. Nicole Fritz


Rahmenprogramm:
15.02.2018: Vortrag »Karl Schmidt-Rottluff. Ostseebilder« mit Christiane Remm, Kuratorin der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung im Brücke-Museum Berlin


We love animals

400 Jahre Tier und mensch in der kunst

1. Juli bis 15. Oktober 2017


Ausstellungsplakat We love Animals, Gestaltung: MüllerHocke
Ausstellungsplakat We love Animals, Gestaltung: MüllerHocke

Unter dem Titel We love Animals widmete das Kunstmuseum Ravensburg dem Tier eine große Sommerausstellung. Angeregt von dem Werk Eine Cobra-Gruppe (1964) von Asger Jorn aus der hauseigenen Sammlung Peter und Gudrun Selinka nahm die Schau aus kunst- und kulturwissenschaftlicher Perspektive die Mensch-Tier-Beziehung vom 16. Jahrhundert bis heute in den Blick. Die in der Ausstellung vertretenen Tierbilder spiegelten aufs anschaulichste wie sich der Mensch über die Jahrhunderte zum Tier ins Verhältnis gesetzt hat. Angefangen mit den, aus einem naturwissenschaftlichen Interesse entstandenen, Darstellungen des wilden und exotischen Tieres des 16. Jahrhunderts, über die idealisierten Tierporträts der Romantik, bis hin zur Animalisierung der Kunst im Expressionismus und dem Einsatz lebender bzw. toter Tiere in der Performancekunst der 1960er Jahre folgte die chronologische Präsentation der Entwicklung einer empathischen Tier-Mensch-Beziehung bis in die Gegenwartskunst. Der Parcours kulturgeformter Tierbilder veranschaulichte, dass sich parallel zu den gegenwärtigen Entfremdungs- und Verdinglichungstendenzen gegenüber den Tierwesen zumindest im geisteswissenschaftlichen Diskurs und im Kunstkontext ein Tier-Mensch-Dialog auf Augenhöhe etabliert hat. Die Cobra-Gruppe von Asger Jorn appelierte bereits in der Nachkriegszeit, sich dem Tier in uns zu stellen, d.h. die unbewussten instinktiven Tiefendimensionen des Ichs bewusst zu machen. In Zeiten einer digitalen Revolution ist diese Fragestellung unter dem Stichwort Animal Turn in der Gegenwart angekommen und aktueller denn je. Die Schau vereinte rund 100 Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus dem In- und Ausland.


Pre-opening aktion für we love animals

Performances for Pets, Performance im Kunstmuseum Ravensburg, 11.02.2017 © Wynrich Zlomke
Performances for Pets, Performance im Kunstmuseum Ravensburg, 11.02.2017 © Wynrich Zlomke

Als Vorgriff auf die Sommerausstellung waren die Gegenwartskünstler Krõõt Juurak und Alex Baileys, Performances for Pets, zu Gast im Kunstmuseum und haben Performances für ortsansässige Hunde durchgeführt. Die gedrehten Videos der vierbeinigen Akteure waren in der Ausstellung "We love Animals" Ausstellung zu sehen. 






Wölfe in der Stadt - Ausseninstallation von Ottmar Hörl

Ottmar Hörl, Wölfe in der Stadt, 2017
© Wynrich Zlomke
VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Ottmar Hörl, Wölfe in der Stadt, 2017
© Wynrich Zlomke
VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Mit dem Projekt "Wölfe in der Stadt" hat der international renommierte Künstler Ottmar Hörl eine ortspezifische Installation entwickelt, die das aktuelle Thema – nämlich die Rückkehr der Wölfe – in Form von seriellen Wolfsskulpturen aufgreift. Einhundert Wölfe hatten das Terrain am „Veitsburghang“ erobert und spähten von oben auf die mittelalterliche Stadt.
Die Ansammlung der Wölfe, als raumgreifende Setzung im öffentlichen Raum, verkörperte metaphorisch die aktuelle Annäherung von Mensch und Wolf und übersetzte diese in ein eindrucksvolles Bild. Wie im realen Leben, in dem Wolf und Mensch sich erneut begegnen, waren auch Hörls Kunstwölfe aus dem Schutzraum Museum entlassen, im Freien aufgestellt und damit unseren Reaktion ausgesetzt und regten zur Reflektion über die Projektionen des Menschen auf den Wolf an. Denn unsere von der Volkskultur geprägten Vorstellungen vom bösen, gefräßigen und grausamen Wolf sind auch mitgeprägt von eigenen Ängsten und verstellen den Blick auf die reale Lebenssituation des Tieres.


CHRISTOPH SCHLINGENSIEFS OPERNDORF AFRIKA
AINO LABERENZ IM GESPRÄCH MIT DR. NICOLE FRITZ

30. September 2017

© Frieder Schlaich
© Frieder Schlaich

»Die Kunst ist im besten Fall ein Organismus, der sich mit dem Leben verbindet«, so Christoph Schlingensief. Mit dem Operndorf Afrika setzte der Aktionskünstler, Autor und Regisseur einen Grundstein für diese Vision. Das Operndorf ist ein internationales Kunstprojekt, welches seit 2009 in Burkina Faso/Westafrika realisiert wird. Diesem liegt die Intention zugrunde, einen Ort internationaler Begegnungen zu schaffen, der einem stereotypen eurozentrischen Bild von Afrika entgegenwirkt. Aino Laberenz, die nach dem Tod ihres Mannes die Leitung des Operndorfes übernahm, sprach mit
Dr. Nicole Fritz acht Jahre nach der Grundsteinlegung über die Idee des Operndorfes, dessen gesellschaftliche, kulturelle Bedeutung und die aktuelle Projektentwicklung.


herman de vries.

from earth : oberschwaben

18. März bis 11. Juni 2017

herman de vries, erdausreibung eschenau, 2015. Foto: Joana Schwender
herman de vries, erdausreibung eschenau, 2015. Foto: Joana Schwender

herman de vries (1931) findet seine Materialien in der Natur: Blüten, Blätter, Samen, Moose – kleinste florale Elemente – sammelt der Biennale-Teilnehmer auf ausgedehnten Wanderungen. Achtsam und mit dem geschulten Blick eines Botanikers nimmt er die Welt der Pflanzen wahr und präsentiert sie dem Betrachter in ihrer natürlichen Schönheit. Es entstehen Werke, die naturwissenschaftliche Methodik und individuelles sinnliches Erleben verbinden und auf poetische Art und Weise auf die Vielfalt der Natur aufmerksam machen. Im Mittelpunkt seiner Werkreihe „erdausreibungen“ steht das Material Erde. An die 8000 Erdproben aus der ganzen Welt bewahrt der Künstler in seinem „erdmuseum“ auf. In seinem ortspezifischen Projekt „from earth : oberschwaben“ hat er unterschiedliche Erden, die in der Gegend von Ulm bis zum Bodensee gesammelt wurden, auf Papier ausgerieben. Unter dem Ausstellungsformat Fremde Blicke wurden nicht nur die 30-Blätter dieses einzigartigen Zyklus im Foyer des Kunstmuseums präsentiert, sondern auch die Grabungen in Form einer Dokumentation des Künstlers Kristof Georgen.

Das Projekt wurde initiiert und gefördert von der Firma Georg Reisch GmbH & Co.KG


Was bedeutet Erde für Sie? herman de vries im Gespräch mit Nicole Fritz am 26. Januar 2017 im Atelier in Eschenau:



Robert Schad. Durch Zeit und Raum

25. Februar bis 11. Juni 2017


Robert Schad, Zeichnung, 2012, Wachskreide auf Papier; VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Robert Schad, Zeichnung, 2012, Wachskreide auf Papier; VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Der 1953 in Ravensburg geborene Künstler Robert Schad gehört zu den renommiertesten Stahlbildhauern seiner Generation. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe (1974-1980). Bereits während des Studiums entdeckte er das Material Stahl für sich und fertigte im Rahmen eines Wilhelm Lehmbruck-Stipendiums erste Großplastiken für den Außenraum. Ausgehend von der Zeichnung, mit der er zunächst seismografisch auf emotionale und geistige Impulse sowie atmosphärische Kontexte reagiert, entstehen durch Verschweißen von massiven Vierkantstahlstreben komplexe Linien-Skulpturen. Auf diese Weise von Künstlerhand geformt, wird der anonyme industrielle Werkstoff in expressive Skulpturen für den Innen- und Außenraum transformiert. Diese lassen die Schwerkraft des Materials Stahl vergessen und fordern den Betrachter heraus, den teils gestischen, teils konstruktiven Linien-Bewegungen im Raum zu folgen. Robert Schad lebt und arbeitet in Portugal und Frankreich. In Frankreich hat er 2004 nicht nur seinen eigenen Skulpturenpark eröffnet (Larians), sondern 2016 auch einen mit 50 Werken ausgestatteten über 300 Kilometer langen tremporären Skulpturen-Parcours in der Bretagne realisiert. Für das Kunstmuseum Ravensburg hat Robert Schad eine ortsspezifische Rauminstallation mit eigens für die Ausstellung konzipierten Arbeiten entwickelt.




Favorites: Sammlung Zoller

10. Dezember 2016 - 5. März 2017

Gerhard Richter, Ohne Titel, 1985, Aquarell und Öl auf Papier. Sammlung Ursula Zoller. Foto: Wynrich Zlomke
Gerhard Richter, Ohne Titel, 1985, Aquarell und Öl auf Papier. Sammlung Ursula Zoller. Foto: Wynrich Zlomke

Mit dem Format „Favorites“ setzt das Kunstmuseum Ravensburg die Präsentation von „Lieblingswerken“ fort und macht erstmals eine Auswahl der umfassenden Privatsammlung von Ursula Zoller für die Öffentlichkeit zugänglich. Die in Ravensburg lebende Sammlerin (*1927) begann sich in den 1950er Jahren für die ungegenständliche Malerei zu interessieren. Im Laufe ihres Lebens hat sie im Stillen über 200 Werke aus dem Bereich der konkreten Kunst und der lyrischen Abstraktion erworben. In der Sammlung Zoller stehen regionale Künstlerpersönlichkeiten gleichberechtigt neben großen Namen wie Max Ackermann, Gerhard Richter oder Per Kirkeby. Die Zusammenstellung der Werke folgt keinem strikten Konzept; ihr verbindender roter Faden ist allein das sensible Gespür der Sammlerin für Formen und Farben. Durch die Identifikation mit den Künstlern, mit denen Ursula Zoller oftmals in direktem Kontakt stand, wurde das erworbene Kunstwerk zu einem ganz persönlichen Schatz, der eng mit der Biografie der Sammlerin verwoben ist. Die umfangreiche Salonhängung im Foyer des Kunstmuseums Ravensburg empfindet nach, auf welche Weise die Sammlerin Ursula Zoller die Werke zu einem Gesamtkunstwerk komponiert und als philosophisch-intellektuelle Anregung sowie als sinnliche, mitunter spirituelle Bereicherung in ihre Alltagswelt integriert hat.




EMIL NOLDE. DER MALER

5. November 2016 bis 5. Februar 2017

Emil Nolde, Feriengäste, 1911, Öl auf Leinwand, Ausschnitt. Brücke-Museum, Berlin © Nolde Stiftung Seebüll. Foto: Roman März

Mit der Ausstellung über Emil Nolde (1867‒1956), dem Individualisten des deutschen Expressionismus, setzte das Kunstmuseum Ravensburg die Vorstellung der in der Sammlung Selinka vertretenen Expressionisten fort. Emil Nolde wurde im August 1867 als Sohn eines Landwirtes im deutsch-dänischen Grenzland geboren. Nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer und Zeichner in Flensburg und Wanderjahren in Süddeutschland und Berlin, ließ er sich 1903 auf der Insel Alsen nieder. Dort fand er zu seinem eigentlichen Ausdrucksmittel ‒ der Farbe. Nach dem Credo „der Maler braucht nicht viel zu wissen, sondern wesentlich seinem Instinkt zu folgen“, setzte Nolde, getragen von der Suche nach dem ursprünglichen Ausdruck, innere und äußere Wahrnehmungen spontan und unvermittelt ohne Rücksicht auf Perspektive und Form in starkfarbige Aquarelle und Ölmalerei um. Die in Kooperation mit dem Brücke-Museum und der Nolde Stiftung Seebüll erarbeitete Ausstellung gab einen Überblick über das Werk des bedeutenden Expressionisten. Präsentiert wurden über 60 hochkarätige Werke von den frühen Jahren als Mitglied der Brücke in Berlin, über die Südseereise, die Zeit im Nationalsozialismus bis hin zu den späten Jahren. In der Nachbarschaft zur Sammlung Peter und Gudrun Selinka wurde nicht zuletzt deutlich, dass Nolde in seiner Faszination für die nordeuropäische Mythen- und Sagenwelt mit den Künstlern der CoBrA-Bewegung verwandt war und in der Art und Weise, wie er den Zufall als bildnerisches Element einbezog, Tendenzen des Tachismus und des Informel der fünfziger Jahre vorweggenommen hat.


Guido Mangold. Die Welt mit meinen Augen

23. Juli bis 16. Oktober 2016


Warten auf die Queen, John F. Kennedy am Checkpoint Charlie, Uschi Obermaier am Strand von Afrika. Die fotografischen Momentaufnahmen des renommierten Magazin- und Landschaftsfotografen Guido Mangold gingen um die Welt und prägen bis heute das kollektive Gedächtnis der Deutschen.
Das Kunstmuseum widmete dem 1934 in Ravensburg geborenen Fotografen eine Retrospektive. Diese stellte das über fünfzigjährige Schaffen von Guido Mangold mit über 100 Arbeiten im Überblick vor. Ausgehend von den experimentellen Anfängen, an der Werkkunstschule in Saarbrücken und an der Folkwangschule in Essen, bei denen er die Wirklichkeit, inspiriert von seinem Lehrer Otto Steinert, mittels analoger Schwarz-Weiss Fotografie auf grafische Strukturen reduzierte, wendete sich Mangold während dem Studium der Porträt- und Landschaftsfotografie zu.

Später entwickelte er im Auftrag von Illustrierten wie twen, Stern, Geo seinen eigenen unverwechselbaren Stil, der formale Präzision mit dem Blick für das Besondere verbindet. Neben Reise-Reportagen und Life-Fotografie hat Mangold auch immer wieder Künstler und den Kunstbetrieb porträtiert. Die von Nicole Fritz in enger Zusammenarbeit mit Mangold entwickelte Schau zeigte deshalb nicht zuletzt, welchen Einfluss insbesondere die Bildende Kunst auf den Fotografen bis heute hat. 



(e.) Twin Gabriel,  Kind als Pinsel
(e.) Twin Gabriel, Kind als Pinsel

lange nacht im museum

 19. August 2016

Höhepunkt des Abends war die Performance "Nuancen des Nein" von Else (Twin) Gabriel um 20 Uhr sowie weitere Videoprojektionen der Künstlerin.

 

katharina hinsberg

30. April bis 3. Juli 2016


Katharina Hinsberg, Feldern (Farben), 2016, VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Katharina Hinsberg, Feldern (Farben), 2016, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Blau, Gelb, Orange – im ersten Halbjahr ging es bunt zu im Kunstmuseum! Die Farbe, die von den Expressionisten als primäres Ausdrucksmittel entdeckt und von den COBRA- und
SPUR-Künstlern in der Nachkriegszeit vom Gegenstand befreit wurde, hatte KATHARINA HINSBERG jetzt in die dritte Dimension erweitert.
Für das Kunstmuseum Ravensburg hatte die 1967 in Karlsruhe geborene Künstlerin eine auf die Architektur bezogene, aufsehenerregende Installation entwickelt. Im Rahmen der Werkgruppe FELDERN (FARBEN) „bespielte“ sie die Ausstellungswände des ersten Obergeschosses unseres Hauses dadurch, dass sie diese mit hauchdünnen, farbigen, übereinandergeschichteten Seidenpapieren auskleidete. Über die Laufzeit der Ausstellung wurden die oberen Schichten entsprechend den Vorgaben der Künstlerin nacheinander abgenommen, so dass immer wieder eine andere Farbe zum Vorschein kam. Auf den Raum bezogen entstanden so wandfüllende Kompositionen, die über den Ausstellungszeitraum in sieben „Schichtwechseln“ von der Künstlerin verändert wurden. Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Nicole Fritz.


Selinka Classics 08

30. April bis 16. Oktober 2016

Plakat Selinka Classics

Unter dem Format SELINKA CLASSICS zeigt das Kunstmuseum Ravensburg jeweils Teile der Sammlung Peter und Gudrun Selinka in immer neuen Zusammenstellungen. Die Sammlung ist eine der hochklassigen Privatsammlungen Süddeutschlands und spiegelt auf eindrückliche Art und Weise die Persönlichkeit des Sammlers wider. So hat Peter Selinka bereits sehr früh Zusammenhänge zwischen dem Expressionismus und den Gruppen COBRA und SPUR gesehen und in seiner privaten Sammlung diesen roten Faden einer expressiv-gestischen Kunsttradition verfolgt. Mit Blick auf die laufende Sonderausstellung werden in Selinka Classics unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und die Facetten des Bestandes der Sammlung gezeigt.

 

Max Pechstein. Körper. Farbe. Licht

28. November 2015 bis 10. April 2016

Im Mittelpunkt der rund 70 Werke umfassenden Schau stand die Darstellung des Menschen bei Max Pechstein. Zentral für den Brücke-Künstler waren von Beginn an das Figurenbild und das Porträt, anhand deren die Entwicklung des Expressionisten im Überblick vorgestellt wurden. Die Ausstellung nahm damit erstmals das Thema Körper bei Max Pechstein in den Blick. Vom Frühwerk, über die expressionistischen Akte, sein Aufenthalt in Palau, über die Porträts der 1920er Jahre bis zu den Werken der 1950er Jahre wurde die Darstellung des Menschen untersucht. 

Im Rahmen der Ausstellung ist ein Interview mit den Enkeln des Künstlers, Julia und Alexander Pechstein, entstanden. Zusammen mit der biografischen Dokumentation "Max Pechstein - Ein Expressionist aus Leidenschaft" von Alexander Pechstein war das Interview in voller Länge im Rahmen der Ausstellung zu sehen.



Selinka Classics 07

28. November 2015 bis 10. April 2016

Plakat Selinka Classics 28.11.2015

Unter dem Format SELINKA CLASSICS zeigt das Kunstmuseum Ravensburg jeweils Teile der Sammlung Peter und Gudrun Selinka in immer neuen Zusammenstellungen. Die Sammlung ist eine der hochklassigen Privatsammlungen Süddeutschlands und spiegelt auf eindrückliche Art und Weise die Persönlichkeit des Sammlers wider. So hat Peter Selinka bereits sehr früh Zusammenhänge zwischen dem Expressionismus und den Gruppen COBRA und SPUR gesehen und in seiner privaten Sammlung diesen roten Faden einer expressiv-gestischen Kunsttradition verfolgt. Mit Blick auf die laufende Sonderausstellung werden in Selinka Classics unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und die Facetten des Bestandes der Sammlung gezeigt.

 

Fremde Blicke

Helga Griffiths. Mirror Moves

9. Dezember 2015 – 10. April 2016


Helga Griffiths, Mirror Moves , 2015, Video/Tanzperformance von Giuseppe und Michele de Filippis
 

Die in Ehingen geborene Künstlerin Helga Griffiths entwickelte unter dem Format "Fremde Blicke" in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum den Film "Mirror Moves". Dieser bezog sich auf die alte Sage von Hugin und Munin, zwei Raben, die von Gott Odin ausgesandt wurden, um die Welt auszuspähen. Ausgehend von dieser Überlieferung erforschte die Künstlerin den mittelalterlichen Spähturm "Mehlsack" in der Zusammenarbeit mit den Tänzern Giuseppe und Michele de Filippis. Die Körper der Tänzer und ihre choreografierten Bewegungen wurden dabei zum Mittel des sinnlichen Erlebens und Erkundens des Gedächtnisortes und seiner historischen Spuren.
Die tänzerischen Bewegungen wurden zudem kontrastiert mit Raben-Aufnahmen einer High-Speed Kamera, die in einer Rabenkolonie des Max Planck-Institutes entstanden sind. Den Soundtrack des Videos komponierte der Komponist Johannes S. Sistermanns aus weiten, ruhigen und bewegten Cello-Klängen und Flügelschlägen. Es entstand eine mittels des Mediums Film transformierte poetische Reflektion über Zeit, Ort, Tierverhalten und Erinnerung.


Aica-Preis

Das Kunstmuseum Ravensburg ist das
Museum des Jahres 2015

Bei der Jahreshauptversammlung der AICA-Mitglieder (Internationaler Kunstkritikerverband) am 20. November 2015 ging der Preis für das "Museum des Jahres 2015" an das Kunstmuseum Ravensburg.

Die deutsche AICA zeichnete das Kunstmuseum Ravensburg mit dem Preis „Museum des Jahres 2015" aus, so hieß es in der Begründung, weil die Ausstellungen nicht nur hervorragend präsentiert, sondern auch sorgfältig und allgemeinverständlich für ein größeres Publikum erschlossen sind. Die Architektur des Hauses in der oberschwäbischen Stadt besitze zudem Vorbildcharakter. Das Kunstmuseum Ravensburg steht damit in einer Reihe bedeutender Museumsprojekte wie das Museum MARTa in Herford, das Kolumba Museum in Köln oder das Städel Museum, Frankfurt am Main, die in der Vergangenheit als „Museum des Jahres“ ausgezeichnet wurden.


Ich bin eine Pflanze. Naturprozesse in der Kunst

11. Juli bis 8. November 2015


Paul Gauguin, Stilleben mit Sonnenblumen, 1901, Öl auf Leinwand, 66 x 75,5 cm, Stiftung Sammlung, E.G. Bührle, Zürich

Im Vordergrund unserer Beziehung zur Natur stehen heute nicht mehr Ausbeutung, Macht und Zähmung, sondern die Einsicht, dass die über Jahrhunderte prägende Nützlichkeitsperspektive in Richtung auf ein partnerschaftliches Verhältnis zur Tier- und Pflanzenwelt weiterentwickelt werden muss. Künstler sind und waren Vorreiter für ein solches empathisches Naturverhältnis. Die Ausstellung „Ich bin eine Pflanze. Naturprozesse in der Kunst“ nahm deshalb die individuellen Naturprozesse der Künstlerinnen und Künstler in den Blick. Gezeigt wurde, auf welche Art und Weise Sympathievorstellungen gegenüber der Natur im Expressionismus über die Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre fortlebten und wie insbesondere Gegenwartskünstler überlieferte Mikro- und Makrokosmos-Vorstellungen für die Gegenwart produktiv machen, um einen bewussteren Umgang mit der Natur zu finden. Die breit gefächerte Schau zeigte 80 hochkarätige Werke von Stephan Balkenhol, Joseph Beuys, Yoan Capote, Anne Carnein, Salvador Dalí, Nezaket Ekici, Max Ernst, Paul Gauguin, Birgit Jürgenssen, Max Kaus, Bernd Koberling, Wilhelm List, Christiane Löhr, Richard Long, Matthias Mansen, André Masson, Ana Mendieta, Paula Modersohn-Becker, Mariella Mosler, Otto Mueller, Emil Nolde, Richard Oelze, Giovanni Segantini, Renée Sintenis, herman de vries und Max Weiler. Das Ausstellungsprojekt wurde gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung und der Ernst von Siemens Kunststiftung. Kuratiert von Dr. Nicole Fritz.


Zum Radiobeitrag (SWR 2)


Lesenswerte Rezensionen


Selinka Classics 06

11. Juli bis 8. November 2015

Selinka Classics Plakat

Unter dem Format SELINKA CLASSICS zeigt das Kunstmuseum Ravensburg jeweils Teile der Sammlung Peter und Gudrun Selinka in immer neuen Zusammenstellungen. Die Sammlung ist eine der hochklassigen Privatsammlungen Süddeutschlands und spiegelt auf eindrückliche Art und Weise die Persönlichkeit des Sammlers wider. So hat Peter Selinka bereits sehr früh Zusammenhänge zwischen dem Expressionismus und den Gruppen COBRA und SPUR gesehen und in seiner privaten Sammlung diesen roten Faden einer expressiv-gestischen Kunsttradition verfolgt. Mit Blick auf die laufende Sonderausstellung werden in Selinka Classics unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und die Facetten des Bestandes der Sammlung gezeigt.

 

lange nacht im museumsviertel

mit einer Tauschaktion von Karin Sander und einer Performance von Nezaket Ekici

Tauschaktion Sander und Performance Ekici

Anlässlich der "Langen Nacht" am 14. August 2015 lockte Karin Sander mit einem öffentlichen Objektetausch auf den Marienplatz. Alle Ravensburger und Besucher waren aufgefordert mit Gegenständen aus ihrem Privatbesitz zum Marienplatz zu kommen und sie dort ihren Mitbürgern zum Tausch anzubieten. Die Objekte sollten auf diese Weise dauerhaft neuen Besitzern „zugespielt" werden. Mit dieser Idee erweiterte Karin Sander ihr Ausstellungskonzept "Hausgäste" – für das in den vier Museen untereinander Exponate aus ihrer jeweiligen Sammlung getauscht und in die eigene Sammlungspräsentation aufgenommen wurden – in den öffentlichen Raum.
Am Abend hatte im Foyer des Kunstmuseums ein besonderes Highlight Premiere: Nezaket Ekici setzte in ihrer Performance "crossing Wonderland" ein Traumbild in die Realität um. Aus menschlichen Armen und Händen ließ sie ein Blumenbeet wachsen, dass als Kipp-Bild die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmen ließ und die Besucher in die Welt der Kunst entführte.

Wir bedanken uns bei der Firma Reisch GmbH & Co. KG sowie der Kreissparkasse Ravensburg.


lothar fischer

14. Februar bis 21. Juni 2015


Lothar Fischer Plakat

Lothar Fischer (1933–2004) zählt zu den wichtigsten deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit. Zusammen mit seinen Weggefährten Heimrad Prem, Helmut Sturm und HP Zimmer gründete er 1957 die Künstlergruppe SPUR, deren fantasievolle abstrakt-figurative Werke Peter Selinka sammelte. Als einziger Bildhauer nimmt Lothar Fischer innerhalb der Gruppe SPUR eine Sonderstellung ein. Geprägt vom Kontext der unmittelbaren Nachkriegszeit, in der vor allem in Deutschland das Menschenbild durch den Nationalsozialismus entwertet war, machte sich Fischer auf die Suche nach einer neuen Figuration. Wie andere Künstler seiner Generation knüpfte er an eine archaische Formensprachen an, um sein künstlerisches Universum zu erschaffen. 



selinka classics 05

14. Februar bis 21. Juni 2015


Selinka Classics

Unter dem Format Selinka Classics präsentiert das Kunstmuseum Ravensburg die Sammlung Peter und Gudrun Selinka in wechselnder Zusammenstellung. Die Sammlung ist eine der hochklassigen Privatsammlungen Süddeutschlands und spiegelt auf eindrückliche Art und Weise die Persönlichkeit des Sammlers wider. So hat Peter Selinka bereits sehr früh Zusammenhänge zwischen dem Expressionismus und den Gruppen COBRA und SPUR gesehen und in seiner privaten Sammlung diesen roten Faden einer expressiv-gestischen Kunsttradition verfolgt. Die Präsentation in der zweiten Etage stellt das Spätwerk Lothar Fischers in den Kontext der Gruppen COBRA und SPUR, auf die Peter Selinka seine Sammeltätigkeit in den 1970er Jahren ausgeweitet hat. Die Sammlung Peter und Gudrun Selinka umfasst über fünfzehn Werke Lothar Fischers.



Fremde Blicke
Simone Ruess. Ravensburg

28. März bis 21. Juni 2015 


Simone Rueß: Marienplatz, 2014/2015, Animation
Simone Rueß: Marienplatz, 2014/2015, Animation

Für die 1982 in Weingarten geborene Künstlerin Simone Rueß ist Zeichnen ein Vorgang des „Greifens und Begreifens". Im Mittelpunkt ihres Interesses steht die zeichnerische Erforschung des städtischen Raumes. Mittels der Zeichnung aber auch in Form von dreidimensionalen Objekten erfasst sie die topografischen und architektonischen Besonderheiten der Stadt sowie die Bewegungsräume ihrer Bewohner. Nach Aufenthalten in Warschau, Berlin und Paris hat sich Simone Rueß im Rahmen des Formates „Fremde Blicke“ nach vielen Jahren erneut ihrer Heimat zugewandt. Die im Austausch und Dialog mit Ravensburgern entstandenen sensiblen Zeichnungen erfassen das pulsierende Leben der Stadt Ravensburg organisch und skulptural. Individuelle und kollektive Erinnerungen vermischen sich mit rationaler Architekturzeichnung. Alte magische Vorstellungen von der Erde als organischer Körper – als Lebewesen – werden wach und lassen uns Vertrautes und Bekanntes mit neuen Augen sehen.
Kuratiert von Dr. Nicole Fritz.


Eva Paulitsch und Uta Weyrich. Das Handyfilmprojekt

18. Oktober 2014 bis 22. März 2015


Teilnehmerinnen des Handyfilmprojekts
Teilnehmerinnen des Handyfilmprojekts

Die Künstlerinnen Eva Paulitsch und Uta Weyrich arbeiten seit 2003 als Künstlerduo. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Handyfilme – alltägliche, spontan gedrehte Clips – die sie im öffentlichen Raum sammeln und vor dem Vergessen retten. Das auf ihren empirisch ästhetischen Erkundungen geborgene filmische Rohmaterial wird von den beiden verfremdet und räumlich inszeniert. Auf diese Weise entstehen raumgreifende Installationen, in denen authentische Emotion und Fiktion ununterscheidbar verschwimmen und auf poetische Art und Weise Tiefenschichten des sozialen Lebens aufscheinen. Für das Kunstmuseum Ravensburg entwickeln die beiden Künstlerinnen eine ortsspezifische begehbare multimediale Installation, die unter anderem Handyfilme von Ravensburger Jugendlichen zum Gegenstand hat.


Otto Mueller. Gegenwelten

13. September 2014 bis 25. Januar 2015


Ausstellungsplakat Otto Mueller

Otto Mueller (1874–1930) gilt als einer der wichtigsten Künstler des deutschen Expressionismus. Bewegt von der Sehnsucht nach Freiheit und Harmonie entwarf er Landschaften und Akte – malerische Gegenräume zur eigenen persönlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit. Ergänzt werden diese ab den 1920er Jahren durch Darstellungen aus dem Leben der Roma, deren Lebensräume er in mehreren Balkan-Reisen erforscht.

Anhand von über 60 Werken gab die Schau einen konzentrierten Einblick in das Werk Otto Muellers und stellte seinen Roma-Darstellungen historischen Dokumentar-Fotografien der Sinti und Roma von Ferdinand Schmutzer (1870–1928) Ludwig Angerer und anderen Fotografen aus der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien gegenüber.

Hauptleihgeber der Ausstellung war das Brücke Museum, Berlin und die Österreichische Nationalbibliothek.


Selinka Classics 04

13. September 2014 bis 25.Januar 2015


Ausstellungsplakat Selinka Classics 04

Unter dem Format Selinka Classics präsentiert das Kunstmuseum Ravensburg die Sammlung Peter und Gudrun Selinka in wechselnder Zusammenstellung. Die Sammlung ist eine der hochklassigen Privatsammlungen Süddeutschlands und spiegelt auf eindrückliche Art und Weise die Persönlichkeit des Sammlers wider. So hat Peter Selinka bereits sehr früh Zusammenhänge zwischen dem Expressionismus und den Gruppen COBRA und SPUR gesehen und in seiner privaten Sammlung diesen roten Faden einer expressiv-gestischen Kunsttradition verfolgt. Eine große Nähe empfand Peter Selinka insbesondere zu dem Künstler Otto Mueller, mit dessen Arbeiten er seine Sammlung begründete. Sowohl in Selinka Classics 04 als auch in der Sonderausstellung waren Werke Otto Muellers aus der Sammlung Selinka zu sehen.


Stephan Balkenhol

12. April bis 24. August 2014


Plakat Stephan Balkenhol

Stephan Balkenhol (*1957) gehört zu den bekanntesten Bildhauern in Deutschland. Als Student von Ulrich Rückriem experimentierte er zunächst mit einer minimalistischen Formensprache, bevor er in den 1980er Jahren als einer der wenigen Künstler seiner Generation den roten Faden der figurativen Skulptur konsequent wieder aufnahm.

In den letzten drei Jahrzehnten entstand neben Reliefs und Zeichnungen ein ganzes Volk von Menschen- und Tierfiguren aus unterschiedlichen Holzarten oder auch aus Bronze. Still, in sich ruhend und unbeeinflusst von emotionalen Befindlichkeiten sind die Frauen- und Männerfiguren überzeitlich und gegenwärtig zugleich. Im Hier und Jetzt fordern sie uns als Betrachter heraus und stellen uns nicht zuletzt die Frage, wohin wir unser Denken und Handeln lenken wollen.


Selinka Classics 03

12. April bis 24. August 2014


Selinka Classics 03

Im Mittelpunkt von Selinka Classics 03 standen diesmal das Porträt und die Figur. Die Sammlung ist eine der hochklassigen Privatsammlungen Süddeutschlands und spiegelt auf eindrückliche Art und Weise die Persönlichkeit des Sammlers wider. So hat Peter Selinka bereits sehr früh Zusammenhänge zwischen dem Expressionismus und den Gruppen COBRA und SPUR gesehen und in seiner privaten Sammlung diesen roten Faden einer expressiv-gestischen Kunsttradition verfolgt.

In der Präsentation war auch wieder das Spanische Mädchen von Alexej von Jawlensky zu sehen, das in der Eröffnungsausstellung Appassionata zu den Publikumslieblingen gehörte.

 

Egon Schiele. Der Anfang

16. November 2013 bis 23. März 2014


Egon Schiele: Sonnenblume I, 1908, Landessammlungen Niederösterreich
Egon Schiele: Sonnenblume I, 1908, Landessammlungen Niederösterreich

Erstmals war außerhalb Österreichs das Frühwerk von Egon Schiele (1890–1918), einer der berühmtesten österreichischen Künstler, in einer Ausstellung zu sehen. Die Ausstellung Egon Schiele. Der Anfang konzentrierte sich auf die Anfänge des Expressionisten. Diese liegen im niederösterreichischen Tulln, der Geburtsstadt Schieles und Schauplatz seiner Kindheit. Rund 70 Werke – Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen; ergänzt durch Fotos und Dokumente aus Familienbesitz – zeichneten die Entwicklung Schieles von den ersten künstlerischen Arbeiten im Knabenalter bis hin zum expressionistischen Schaffen der reifen Jahre nach. Der wichtigste Werkblock wurde von der einzigen Privatsammlung im Besitz der Nachfahren der Künstlerfamilie – dem Sammler Werner Gradisch – bereitgestellt. Darüber stellten die Stadtgemeinde Tulln, das Niederösterreichische Landesmuseum und zahlreiche weitere Privatsammlungen wichtige Werke zur Verfügung.


Selinka Classics 02

16. November 2013 bis 23. März 2014 


Plakat Selinka Classics 02

Selinka Classics 02 war im Kunstmuseum Ravensburg die zweite Ausstellung der Reihe Selinka Classics, die in wechselnden Präsentationen ausgewählte Werke aus der Sammlung Peter und Gudrun Selinka zeigt. Die Präsentation in der zweiten Etage vermittelte einen Einblick in alle Facetten des expressiv-gestischen Bestandes der Sammlung. Diese besteht aus einem Konvolut an Werken aus dem Bereich des Expressionismus sowie der Gruppen COBRA und SPUR.

 

Favorites
Kiyoshi Furukawa und Wolfgang Muench. Bubbles

16. Oktober 2013 bis 23. März 2014 


Bubbles

Im Foyer des Kunstmuseums werden in loser Folge Favorites (Lieblingswerke) kooperierender Institutionen vorgestellt. Den Anfang machte das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) mit der interaktiven Installation Bubbles (2000). Dieses Werk gehört in Karlsruhe zu einer der beliebtesten Installationen. Bubbles ermöglicht den Betrachtern auf überraschende Art und Weise, mit virtuellen Seifenblasen zu spielen. Die Interaktion mit den umherschwebenden Seifenblasen zieht sowohl „kleine“ als auch „große“ Benutzer gleichermaßen auf spielerische Art und Weise in ihren Bann.

 

Gert und Uwe Tobias

6. Juli bis 27. Oktober 2013

Gert und Uwe Tobias, Ohne Titel, 2013, Farbiger Holzschnitt auf Papier, Foto: Alistair Overbruck, VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Gert und Uwe Tobias, Ohne Titel, 2013, Farbiger Holzschnitt auf Papier, Foto: Alistair Overbruck, VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Nach der gelungenen Eröffnung des Kunstmuseums Ravensburg zeigten wir in diesem Sommer, neben einer neuen Präsentation der Sammlung Selinka, die erste Sonderausstellung. Den Auftakt machte das international bekannte Künstlerduo Gert und Uwe Tobias. Die Brüder (geb. 1973) gehören zu den bekanntesten deutschen Druckgrafik-Künstlern. Mit ihren großformatigen, farbigen Holzschnitten und unkonventionellen Schreibmaschinenzeichnungen erregten sie in den letzten Jahren international großes Aufsehen. Wie einstmals die Expressionisten haben sie die traditionelle Technik des Holzschnittes für die Gegenwart aktualisiert. Im gemeinsamen künstlerischen Prozess entwickeln Gert und Uwe Tobias ein Formenrepertoire, bei dem Individuelles und Kollektives verschmelzen.



Selinka Classics 01

6. Juli bis 27. Oktober 2013


Selinka Classics 01

Mit Selinka Classics 01 startete das Kunstmuseum Ravensburg seine Ausstellungsreihe, die in wechselnden Präsentationen ausgewählte Werke aus der Sammlung Peter und Gudrun Selinka zeigt. Mit Blick auf Gert und Uwe Tobias, die mit ihren Arbeiten die zweite Etage bespielten, lag der Schwerpunkt von Selinka Classics 01 in der ersten Etage auf dem Holzschnitt, dem ältesten aller druckgrafischen Medien. 


 

Fremde Blicke
Wynrich Zlomke. 108 Ravensburger

17. Juli bis 11. Oktober 2013


Wynrich Zlomke

Unter dem Motto „Fremde Blicke“ wird jedes Jahr ein/e Künstler/-in eingeladen, um sich auf die Suche nach der Identität der Stadt zu begeben. Die Ergebnisse der künstlerischen Erkundungen des sozialen und kulturellen Raumes werden im Foyer ausgestellt. 2013 präsentierte das Kunstmuseum erstmals die Auseinandersetzung des in Ravensburg ansässigen Fotografen Wynrich Zlomke mit seiner Heimatstadt. Im Rahmen seines Projektes 108 Ravensburger (2010–2013) fotografierte Wynrich Zlomke Ravensburger in den Wäldern um Ravensburg. Entstanden sind einfühlsame Porträts jenseits von Herkunft und sozialem Status.



Appassionata.
Die Sammlung Selinka im Dialog

9. März bis 16. Juni 2013


APPASSIONATA. DIE SAMMLUNG SELINKA IM DIALOG

Mit der Eröffnung des neuen Kunstmuseums übergab die Stiftung Selinka über 200 bedeutende Kunstwerke des 20. Jahrhunderts der Stadt. Als Hommage an die Leihgeberin Gudrun Selinka startete das Museum sein Programm mit einer um herausragende private und öffentliche Leihgaben erweiterten, besonderen Präsentation der Sammlung Selinka. Die Schau trug den Titel Appassionata (Die Leidenschaftliche) nach dem gleichnamigen Gemälde Asger Jorns aus der Sammlung. Der Titel fungiert zugleich als Motto, das sich zum einen auf die Sammelleidenschaft von Peter und Gudrun Selinka bezieht. Zum anderen beschreibt das Emotionale als Leitbegriff auch den Blick, unter dem über 80 Werke für die Schau ausgewählt und präsentiert wurden. Der Ausstellungsparcours war chronologisch angelegt und folgte damit der expressiv-gestischen Entwicklungslinie der Sammlung vom Expressionismus über die Künstlergruppen Cobra und Spur bis in die aktuelle Gegenwartskunst.


GASTVORTRAG BAZON BROCK
11. Oktober 2012
»Musealisiert Euch« - Seit wann müssen Menschen einen Lebenslauf haben? Vom Schuhkarton mit Ferienfotos zur Facebook-Biografie. Auf Einladung von Dr. Nicole Fritz, in Kooperation und in den Räumen der Schule für Gestaltung Ravensburg.


GASTVORTRAG JEAN CHRISTOPH AMMANN
9.2.2012
Auf Einladung von Dr. Nicole Fritz und in Kooperation mit der Buchhandlung Ravensbuch und mit dem Verein »Freunde des Kunstmuseums Ravensburg«.

 
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