Ausstellungen Aktuell

Martha Jungwirth. Panta Rhei

20. Oktober 2018 bis 24. Februar 2019
Vernissage: 19. Oktober 2018, 19 Uhr


Martha Jungwirth, Ohne Titel (aus der Serie Istanbul), 2017, Öl auf Papier auf Leinwand
Sammlung Eric Freymond, Genf, Courtesy Galerie Krinzinger © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Martha Jungwirth, Ohne Titel (aus der Serie Istanbul), 2017, Öl auf Papier auf Leinwand
Sammlung Eric Freymond, Genf, Courtesy Galerie Krinzinger © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
 
 

Mit der Einzelausstellung von Martha Jungwirth (*1940, Wien) präsentiert das Kunstmuseum Ravensburg die bislang umfassendste Ausstellung der österreichischen Künstlerin in Deutschland. Jungwirths farbmächtigen Bildwelten oszillieren zwischen gestischer Abstraktion und Gegenständlichkeit und formen ein eigenes, bedeutungsoffenes »Äquivalent zur starren verbindlichen Realität« (Jungwirth, 1988). Die Werkschau spannt einen Bogen von Schlüsselwerken aus den 1970er Jahren bis heute und setzt einen Schwerpunkt bei Jungwirths Aquarellen, deren koloristischen Möglichkeiten sie von Anbeginn ihres Schaffens auslotet. Jungwirth wurde 2018 mit dem renommierten Oskar-Kokoschka-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, das die Albertina in Wien in einer Retrospektive vorstellte. 


Martha Jungwirths Malereien sind sensuelle Notationen von Gesehenem, Erfahrenem und Erinnertem. In ihren Arbeiten gelingt es ihr, innere Bilder in eigenständige Farb- und Form-

kompositionen zu überführen, ohne die Referenz zum gegenständlichen Motiv, als Urzelle der Arbeit zu verleugnen. Impulsgeber ihrer kleinformatigen bis monumentalen Aquarelle und Ölmalereien sind sowohl Eindrücke von Reisen oder von Freunden, die sie porträtierte, wie auch Abbildungen politischer Ereignisse, kunsthistorischer Gemälde oder die griechische Mythologie. Im Arbeitsprozess dient Jungwirth der Körper in zweifacher Hinsicht als Filter äußerer Eindrücke: »Wenn die äußere Bewegung, die Körperbewegung und die innere Bewegung zusammentreffen und wenn dieses Zusammentreffen glückt, dann geht die Malerei los« (Jungwirth, 1994). Der energische Malprozess schließt den kontrollierten Zufall ein und bleibt stets sichtbar. Flecken, Tropfen und Farbrinnsale lassen sinnliche Turbulenzen entstehen und werden Bestandteil der Komposition, die eine Atmosphäre des Fluiden, Offenen und Transparenten kennzeichnet. Um in den Arbeiten dieser Künstlerin anzukommen, muss man das Risiko eingehen, sich in ihnen zu verlieren.


 
 

 
 

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