Ausstellungen Vorschau

ERNST LUDWIG KIRCHNER. Fantastische Figuren

16. März bis 10. Juni 2019

Vernissage: Freitag, 15. März, 19 Uhr 

 
Links: Ernst Ludwig Kirchner, Mandolinistin, 1921, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, © Kirchner Museum, Davos, Foto: Jakob Jägli / Rechts: Ernst Ludwig Kirchner, Drei Akte im Walde, 1933, Holzschnitt, 35,3 x 49,7 cm, © Kirchner Museum Davos
Links: Ernst Ludwig Kirchner, Mandolinistin, 1921, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, © Kirchner Museum, Davos, Foto: Jakob Jägli / Rechts: Ernst Ludwig Kirchner, Drei Akte im Walde, 1933, Holzschnitt, 35,3 x 49,7 cm, © Kirchner Museum Davos
 

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Mitbegründer der Künstlergemeinschaft »Brücke«, zählt heute zu den bekanntesten deutschen Expressionisten; sein einzigartiges Werk umfasst mehr als 30.000 Arbeiten. Das Kunstmuseum Ravensburg präsentiert nun eine Einzelausstellung, die Kirchners fantastische Figuren anhand ausgewählter Gemälde, Papierarbeiten und Fotografien in den Fokus rückt. In ihnen spiegeln sich nicht nur alle Perioden seines Œuvres, sondern sie stehen auch stellvertretend für seine Formensprache, Stilbildung und künstlerische Entwicklung. Obwohl Kirchner ein meisterhafter Landschaftsmaler war, bildet die menschliche Gestalt doch immer das Zentrum seines Schaffens. Mit schnellem Strich gelingt es ihm, spielerisch Moment und Bewegung einzufangen. Aber erst nach einer schweren Nervenerkrankung und dem langwierigen Heilungsprozess nehmen die Figuren eine eigenständige Bedeutungsebene an. Während dieser Zeit rang und kämpfte Kirchner immer wieder mit seinem Selbstbild. Durch Verzerren und Erhöhen seiner farbkräftigen Bilder setzte er den expressiven Ausdruck als höchstes künstlerisches Gut vor eine Beschönigung und szenische Inszenierung, wie diese während seiner Zeit noch weit verbreitet waren. Die Ausstellung präsentiert auch Kirchners finale künstlerische Entwicklung: In seinem bis jetzt selten gezeigten Schweizer Spätwerk überträgt er die Alpenlandschaft in Porträts seiner Zeitgenossen, erhöht das Fantastische seiner Bilder durch extreme Farbigkeit und entwickelt eine neue konsequente Flächigkeit. In den letzten Landschaftsbildern verschmelzen Fantasie und Realität zu atemberaubenden Farbexplosionen. Kuratiert von Katharina Beisiegel und Ute Stuffer.


PROJEKTIONEN V–VII. STADT- UND SOUNDLANDSCHAFTEN

16. März bis 10. Juni 2019

 
Nevin Aladağ, Traces, 2015 (Still), 3-Kanal-Videoinstallation, je 6:00 Min., Farbe, Ton, Courtesy die Künstlerin und Wentrup, Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Nevin Aladağ, Traces, 2015 (Still), 3-Kanal-Videoinstallation, je 6:00 Min., Farbe, Ton, Courtesy die Künstlerin und Wentrup, Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
 

Die Filmreihe stellt nacheinander drei Arbeiten vor, die den Blick auf den öffentlichen Raum
um Hör-Perspektiven erweitern. Der Ton liefert die Struktur für Erfahrung, Aneignung und Vermessung der urbanen Welt. In Nevin Aladağs (*1972 TR) »Traces« produziert die City selbst den Soundtrack zum Film, ohne dass Menschen Hand anlegen. Musikinstrumente werden von Wind und Stadtmobiliar gespielt. Adnan Softić (*1975 BA) porträtiert in »Bigger than Life« die Metropole Skopje, wo ein pseudo-antikes Stadtzentrum nach dem Vorbild von Rom und Athen entsteht. Fragen nach Authentizität, nationaler Identität und Erinnerung werden musikalisch kommentiert. Die Auseinandersetzung mit der globalen Zukunft der Städte führt zum Ausklang der Reihe in die virtuelle Realität.


16. März bis 7. April 2019
Nevin Aladağ: Traces (2015)

Vernissage: Freitag, 15. März, 19 Uhr


11. April bis 14. Mai 2019
Adnan Softić: Bigger than Life (2018)

Vernissage: Mittwoch, 10. April, 19 Uhr


17. Mai bis 10. Juni 2019

N. N.

Vernissage: Donnerstag, 16. Mai, 19 Uhr 


FACE IT! Im Selbstgespräch mit dem Anderen

29. Juni bis 29. September 2019

Vernissage: Freitag, 28. Juni, 19 Uhr

 
Links: Erich Heckel, Vorm Spiegel, 1920, Lithografie, 56,4 x 43,3 cm, Sammlung Selinka, © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: Thomas Weiss / Rechts: Bjørn Melhus, Das Zauberglas (The Magic Class), 1991 (Still), Video, 6:00 Min., Farbe, Ton, © Bjørn Melhus / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Links: Erich Heckel, Vorm Spiegel, 1920, Lithografie, 56,4 x 43,3 cm, Sammlung Selinka, © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: Thomas Weiss / Rechts: Bjørn Melhus, Das Zauberglas (The Magic Class), 1991 (Still), Video, 6:00 Min., Farbe, Ton, © Bjørn Melhus / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
 

Die Gruppenausstellung rückt das Gesicht als Medium zwischen dem ›Ich‹ und dem ›Anderen‹ in den Mittelpunkt als Nahtstelle zwischen Präsenz und Repräsentation. Im Dialog zwischen Werken des frühen 20. Jahrhunderts und zeitgenössischen KünstlerInnen und im Zusammenspiel mit der eigenen Sammlung zeigt sich das Gesicht als Schauplatz von Emotionen, die vom jeweiligen Selbstbild wie von gesellschaftlichen Konventionen überformt werden. Das Gesicht ist zugleich Ort des Zeigens und Verbergens, der Inszenierung und des Rückzugs. Mit den thematischen Schwerpunkten: »Privatim: Schlaf–Ekstase–Tod«, »Jenseits dichotomer Rollenbilder«, »Expressives Mienenspiel«, »Innere und äußere Verletzungen« sowie »Spiegelungen und Doppelgänger«untersucht die Ausstellung das Gesicht im Spannungsfeld von Selbstausdruck, Selbstbild und gesellschaftlichen Codes. Wer (s)ein Gesicht betrachtet, will sich ein Bild machen. Der Spiegel ist Ort des Austauschs der eigenen Blicke mit sich selbst und bietet immer wieder Anlass, die Distanz zwischen dem ›Ich‹ und dem ›Anderen‹, zwischen dem Selbst- und Spiegelbild neu zu vermessen. Auch der Blickwechsel mit einem Gegenüber beinhaltet zugleich den Verweis auf sich selbst, auf die eigenen Rollen und Selbstbilder. Im inneren Dialog wird das Gesicht so als Spiegel des Selbst im Anderen erfahrbar.


U. a. mit Werken von Karel Appel (1921–2006 NL), Marlene Dumas (*1953 ZA), Nan Goldin
(*1953 US), Asta Gröting (*1961 DE), Zhang Huan (*1965 CN), Erich Heckl (1883–1970 DE), Alexej von Jawlensky (1865–1941 RU), Max Kaus (1891–1977 DE), Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938 DE), Jürgen Klauke (*1943 DE), Bjørn Melhus (*1966 DE), Arnulf Rainer (*1929 AT), John Smith (*1952 UK), Albrecht Tübke (*1971 DE), Mark Wallinger (1959 UK)


NATHALIE DJURBERG & HANS BERG im Dialog mit ASGER JORN

19. Oktober 2019 bis 26. Januar 2020

Vernissage: Freitag, 18. Oktober, 19 Uhr

 
Links: Nathalie Djurberg & Hans Berg, Am I Allowed To Step On This Nice Carpet, 2018 (Still), Stop-Motion-Animation, 6:12 Min., Courtesy die Künstler, Gió Marconi, Milan, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Rechts: Asger Jorn, Eine CoBrA-Gruppe, 1964, Öl auf Leinwand, 132 x 162 cm, Sammlung Selinka, © Donation Jorn, Silkeborg / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Wynrich Zlomke
Links: Nathalie Djurberg & Hans Berg, Am I Allowed To Step On This Nice Carpet, 2018 (Still), Stop-Motion-Animation, 6:12 Min., Courtesy die Künstler, Gió Marconi, Milan, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Rechts: Asger Jorn, Eine CoBrA-Gruppe, 1964, Öl auf Leinwand, 132 x 162 cm, Sammlung Selinka, © Donation Jorn, Silkeborg / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Wynrich Zlomke
 

Asger Jorn (1914–1973) gilt als bedeutendster dänischer Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein kraftvolles Werk steht ebenso für einen offenen Kunstbegriff und durchlässige Grenzen
wie ein kollektives Kunstschaffen. Ihm gelang es, sich von klassischen Normen freizumachen; dem ästhetisch Schönen setzte er das Chaotische, Exzessive und Hässliche entgegen, dem Ernsthaften das Alberne und Groteske. In der skandinavischen Kunst der Frühgeschichte, des Mittelalters und der Volkskunst sah Jorn die Quelle für das Unbekannte, Irrationale und Imaginäre. Zahlreiche seiner Malereien zwischen Abstraktion und Figuration sind von wesenhaften, tierähnlichen Gestalten bevölkert, die einer experimentellen Formfindung entstammen. Ähnlich der nordischen Mythologie, mit der sein Werk aufs engste verknüpft ist, handelt es sich bei den tierähnlichen Wesen nur um scheinbar fixierte Identitäten. 


Auch in den bunt schillernden Animationsfilmen des international renommierten schwedischen Künstlerduos Nathalie Djurberg & Hans Berg (*1978) treten wundersame animalische Figuren in Erscheinung, die sich jeglicher simplen Einordnung entziehen. Inmitten traumartiger Szenerien durchspielen die formbaren Geschöpfe aus Knetmasse im Rollentausch von Tier und Mensch die Extreme zwischenmenschlicherm Beziehungen wie Macht und Ohnmacht, Fürsorge und Missbrauch, Liebe und Gewalt. Auf grotesk-humorvolle Weise verhandeln die zunächst an die Welt der Kinderfilme erinnernden Animationen die triebhaften, irrationalen Anteile unserer Existenz. Die Wesen von Jorn und Djurberg sind Gestaltwandler, die auf den Fluss auftauchender und wieder versinkender Vorstellungen antworten. Inmitten von ihnen ist der Mensch Teil des Gefüges.

 
 
 
 

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