Ausstellungen Vorschau

AUSZEIT
VON PAUSEN UND MOMENTEN DES AUFBRUCHS (1./2. OG, EG)

27. Juni bis 4. Oktober 2020

Öffentliche Vernissage: Freitag, 26. Juni, 19 Uhr

 
 
Bas Jan Ader, ohne Titel (Tea party), 1971 (Detail), 16mm-Film auf DVD, 1:51 Min., s/w,  production still (color), © The Estate of Bas Jan Ader / Mary Sue Ader Andersen / The Artist Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Courtesy of Meliksetian | Briggs, Los Angeles
Bas Jan Ader, ohne Titel (Tea party), 1971 (Detail), 16mm-Film auf DVD, 1:51 Min., s/w, production still (color), © The Estate of Bas Jan Ader / Mary Sue Ader Andersen / The Artist Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Courtesy of Meliksetian | Briggs, Los Angeles
 
 

Das Bedürfnis nach einer ›Auszeit‹ ist den meisten Menschen vertraut. Nicht erst im Zeitalter der Digitalisierung, des Multitasking, der Selbstoptimierung, des Burn- und Boreouts werden zweckfreie Ruhephasen oder das Ausgelassensein immer wichtiger. Die Gruppenausstellung nähert sich dem vielschichtigen Thema der Auszeit in künstlerischen Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts. Bereits in den expressionistischen Werken der Künstlergruppe Brücke (1905–1913) klingen Auszeiten des Vergnügens und der Verweigerung an. In den Darstellungen der Ausflüge in die Natur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie dem Nacktbaden an den Moritzburger Teichen, wird sowohl die erholsame Pause vom Alltag als auch ein Gegenentwurf zur Prüderie der wilhelminischen Gesellschaft und zur Entfremdung des Menschen von der Natur durch die Industrialisierung erkennbar. Auch in den zeitgenössischen Positionen rückt die Auszeit als Teil einer Gesellschaftskritik ins Zentrum: Die Werke erzeugen eine Verschiebung der Aufmerksamkeitsökonomie, in der alternative Zeitkonzepte, Zufall, Leere und Stille präsent werden.

Die Ausstellung untersucht das Spannungsfeld der ›Auszeit‹ mit Augenblicken des Genusses und Momenten der Muße ebenso wie als Form der Verweigerung und des Widerstandes. In den medien- und generationsübergreifenden künstlerischen Arbeiten wird der Begriff der ›Auszeit‹ in seiner Komplexität und gesellschaftlichen Aktualität sichtbar. Spätestens durch die Werke, die zur Kontemplation oder nicht selten auch humoristisch zur Entschleunigung anregen, wird die Auszeit für jeden Besucher selbst erfahrbar.

 

 

HELMUT STURM. SPielfelder der Wirklichkeit (1./2. OG)

24. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021

Öffentliche Vernissage: Freitag, 23. Oktober, 19 Uhr

 
 
Helmut Sturm, Infernalezza, 1962-63, Mischtechnik auf Leinwand, CAMeC | Centro Arte Moderna e Contemporanea La Spezia, Cozzani collection
Helmut Sturm, Infernalezza, 1962-63, Mischtechnik auf Leinwand, CAMeC | Centro Arte Moderna e Contemporanea La Spezia, Cozzani collection
 
 

Die retrospektive Ausstellung gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das facettenreiche Werk des Malers Helmut Sturm (1932–2008) und beleuchtet seine verschiedenen Schaffens-phasen von Ende der 1950er-Jahre bis zu seinem Tod. Die farbmächtigen Arbeiten Helmut Sturms sind bedeutende Zeugnisse einer abstrakt expressiven Malerei in Deutschland nach 1945, die es versteht, das Figurative in die dynamischen Bildwelten einzubinden. Für Sturm war die Leinwand ein »räumlich bewegtes Spielfeld«, in dem sich Geschlossenheit und Expansion, Konstruktion und spontaner Gestus mit »allerlei Gerümpel aus der Spielzeugkiste der Wirklichkeit« vereinen. Die permanente Befragung seiner Malerei hat er sich zur Lebens-aufgabe gemacht. Der langjährige Professor an der Kunstakademie München gehörte zu den Gründungsmitgliedern und zentralen Akteuren der Künstlergruppen ›SPUR‹, ›Geflecht‹ und ›Kollektiv Herzogstrasse‹. SPUR (1958–1965) zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlergemeinschaften der Nachkriegszeit und bildet neben dem Expressionismus und der Künstlergruppe CoBrA einen der Schwerpunkte der Sammlung Selinka im Kunstmuseum Ravensburg. Mit ihren provokanten kulturpolitischen Manifesten und Aktionen trug die Gruppierung maßgeblich zur Aufbruchstimmung im Deutschland der 1960er-Jahre bei, um Bilder einer anderen Wirklichkeit zu schaffen.


Die Ausstellung und ein umfangreicher Katalog entstehen in Kooperation mit der Kunsthalle Emden, dem Museum Lothar Fischer und dem Nachlass Helmut Sturm.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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