AUSSTELLUNGEN VORSCHAU

 
 
Geta Brătescu, Doamna Oliver în costum de călătorie, 1980–2012, Schwarz-Weiß-Fotografie, Courtesy of The Estate of Geta Brătescu, Hauser & Wirth und Ivan Gallery Bucharest, © The Estate of Geta Brătescu, Foto: Mihai Brătescu
Geta Brătescu, Doamna Oliver în costum de călătorie, 1980–2012, Schwarz-Weiß-Fotografie, Courtesy of The Estate of Geta Brătescu, Hauser & Wirth und Ivan Gallery Bucharest, © The Estate of Geta Brătescu, Foto: Mihai Brătescu
 

GETA BRĂTESCU
DRAWING AS A DANCE

 

25. März bis 25. Juni 2023 (EG./1.OG)

Eröffnung: Freitag, 24. März 2023, 19 Uhr 

 

Die rumänische Künstlerin (1926–2018) gilt heute als eine der herausragendsten Avantgardistinnen Osteuropas. Zeitlebens erforschte sie in einer Vielzahl von Medien mittels serieller Variationen das erzählerische Potenzial abstrakter Formen. Dreh- und Angelpunkt ihres Œuvre bildet die Zeichnung. Das Zeichnen verstand Brătescu als einen physischen Akt, als eine Geste des Körpers, ähnlich einem Tanz, durch den sie die Welt in ihrer Umgebung ergründete. Trotz staatlicher Repression im damals kommunistischen Rumänien besteht Geta Brătescu von Anbeginn unbeirrt auf die Rolle der Künstlerin/des Künstlers als Vertreter:in des freien Denkens und eines lustvoll-spielerischen Experimentierens. Immer wieder thematisierte sie, auch durch die Aneignung widerständiger Figuren der Weltliteratur, die Bedeutung der Künstlerin/des Künstlers in der Gesellschaft sowie des Ateliers als Produktionsraum und mentales Kraftzentrum. Ausgangspunkt von Brătescus Collagen, installativen und performativen Foto- und Filmarbeiten bildeten gefundene Alltagsmaterialien und ihr eigener Körper. In diesen Arbeiten manifestiert sich Brătescus erweitertes Verständnis von der Zeichnung als konzeptuelle Ausdrucksform. Den Zeichenstift ersetzte sie in ihrem Spätwerk durch die Schere und konzentrierte sich in ihren farbintensiven Papiercollagen auf das freie »Spiel der Formen«.

 

 
Sharon Hayes, Ricerche: one, 2019 (Detail), 2-Kanal HD Video, Farbe, Ton, Courtesy die Künstlerin und Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles, VG Bild-Kunst, 2022
Sharon Hayes, Ricerche: one, 2019 (Detail), 2-Kanal HD Video, Farbe, Ton, Courtesy die Künstlerin und Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles, VG Bild-Kunst, 2022
 

(WAHL-)FAMILIE. DIE, DIE WIR SIND

 

14. Juli bis 5. November 2023

Eröffnung: Donnerstag, 13. Juli 2023, 19 Uhr

 

Familie kann Glück oder Chaos, Identifikation oder Abgrenzung bedeuten, Bürde sein oder Stabilität geben. Familie steht für Bluts- oder Wahlverwandtschaft und lässt sich nicht ausschließlich auf biologische Kriterien reduzieren. Familie ist man via Stammbuch, als identitätsstiftende Verbindung oder durch einen gewachsenen Verbund aus sich einander zugewandten Personen. Geschichten über (Wahl-)Familien zeugen von Zusammenhalt und Gemeinschaft, die im besten Fall genügend Halt und Akzeptanz geben, um Individualität und Diversität zu leben. (Wahl-)Familie bedeutet bizarre Gewohnheiten und große Gefühle und ist ein Beziehungsgeflecht, dessen Strukturen immer wieder einem Wandel unterlagen und dessen unterschiedliche Formen kontrovers betrachtet, gefühlt und diskutiert werden können. Letztlich bleibt es eine individuell zu beantwortende Frage: Was bedeutet Familie für Sie? Die Gruppenausstellung versammelt Positionen zeitgenössischer Künstler:innen, die das verzweigte Beziehungsgeflecht rund um die (Wahl-)Familie beleuchten. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Raum für Kinder, die umgeben von Skulpturen und Druckgrafiken von Karel Appel aus der Sammlung Selinka des Kunstmuseums kreativ werden können.

 

 
Alexej von Jawlensky, Spanisches Mädchen, 1912 (Detail), Öl auf Karton, 70 x 50 cm, Gudrun Selinka, Foto: Thomas Weiss, Ravensburg
Alexej von Jawlensky, Spanisches Mädchen, 1912 (Detail), Öl auf Karton, 70 x 50 cm, Gudrun Selinka, Foto: Thomas Weiss, Ravensburg
 

ALEXEJ VON JAWLENSKY

 

25. November 2023 bis 3. März 2024

Eröffnung: Freitag, 24. November 2023, 19 Uhr

 

Die monografische Ausstellung widmet sich dem bedeutenden Expressionisten Alexej von Jawlensky (1865–1941). Beeinflusst von der Kunst Vincent van Goghs, Kees van Dongens, der Fauvisten, Paul Cézannes, Henri Matisses und vom Japonismus wirkte der in Russland geborene Künstler an der Münchner Künstlervereinigung »Der Blaue Reiter« mit und löste sich früh von einer naturalistischen Malerei. Von Anbeginn interessierte sich Jawlensky nicht für ein »reales« Abbild der Außenwelt, vielmehr spürte er dem »Wesen der Dinge« nach. In langjährigen Werkserien arbeitete er an Bildthemen, deren Ausdruck er durch eine Vereinfachung und Typisierung der Formen sowie Intensivierung der Farbe zu steigern versuchte. Die Ausstellung beleuchtet Jawlenskys unermüdliche Beschäftigung mit der Autonomie der Farbe und seine zunehmende Anknüpfung an spirituelle Bildkonzepte. Das »Spanische Mädchen« (1912) der Sammlung Selinka ist Teil einer Porträtreihe. Vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Nelson Rockefeller gelangte das Gemälde über eine New Yorker Galerie in den Besitz von Peter Selinka nach Ravensburg. Der geheimnisvolle Gesichtsausdruck ist vielleicht die Ursache dafür, dass es mitunter auch als »Mona Lisa Ravensburgs« bezeichnet wird. Das Gesicht ist es, das für Jawlensky zeitlebens ein zentrales Bildthema ist. »Das Gesicht ist für mich nicht ein Gesicht, sondern der ganze Kosmos. Im Gesicht offenbart sich der ganze Kosmos«, so Jawlensky 1938 – wenige Jahre vor seinem Tod.


Pierre Alechinsky, Supercilious, 1975, Acryl und Klarlack auf Packpapier auf Leinwand, 100,5 x 153,5 cm, Gudrun Selinka, VG Bild-Kunst, 2022
Pierre Alechinsky, Supercilious, 1975, Acryl und Klarlack auf Packpapier auf Leinwand, 100,5 x 153,5 cm, Gudrun Selinka, VG Bild-Kunst, 2022
 

COBRA NACH COBRA

 

25. November 2023 bis 23. Juni 2024

Eröffnung: Freitag, 24. November 2023, 19 Uhr

 

Angesichts der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, die die Gewaltbereitschaft und Unmenschlichkeit unmissverständlich enthüllt hatten, schlossen sich der dänische Maler Asger Jorn (1914–1973), die belgischen Schriftsteller Christian Dotremont (1922–1979) und Joseph Noiret (1927–2012) sowie die niederländischen Maler Karel Appel (1921–2006), Constant (1920–2005) und Corneille (1922–2010) 1948 zur Gruppe CoBrA zusammen. Trotz ihres relativ kurzen Bestehens als »internationale Organisation« von 1948 bis 1951 hatte der erste paneuropäische Zusammenschluss von Künstler:innen für die Entwicklung der Kunst in Europa eine große Bedeutung bis weit in die achtziger Jahre. Auf ihrem Programm stand nicht weniger als das Ziel, sowohl die Kunst als auch die Gesellschaft zu revolutionieren. CoBrA richtete sich gegen gesellschaftliche und akademische Normen, stand für Veränderung und den Glauben an ein positives Menschenbild. »CoBrA nach CoBrA« widmet sich ausgehend von der Sammlung Selinka dieser progressiven Gruppe und beleuchtet sowohl die Hochphase der Bewegung als auch die individuelle Entwicklung einzelner Künstler.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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