Ausstellungen Vorschau

NATHALIE DJURBERG & HANS BERG im Dialog mit ASGER JORN

19. Oktober 2019 bis 26. Januar 2020

Vernissage: Freitag, 18. Oktober, 19 Uhr

 
Links: Nathalie Djurberg & Hans Berg, Am I Allowed To Step On This Nice Carpet, 2018 (Still), Stop-Motion-Animation, 6:12 Min., Courtesy die Künstler, Gió Marconi, Milan, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Rechts: Asger Jorn, Eine CoBrA-Gruppe, 1964, Öl auf Leinwand, 132 x 162 cm, Sammlung Selinka, © Donation Jorn, Silkeborg / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Wynrich Zlomke
Links: Nathalie Djurberg & Hans Berg, Am I Allowed To Step On This Nice Carpet, 2018 (Still), Stop-Motion-Animation, 6:12 Min., Courtesy die Künstler, Gió Marconi, Milan, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Rechts: Asger Jorn, Eine CoBrA-Gruppe, 1964, Öl auf Leinwand, 132 x 162 cm, Sammlung Selinka, © Donation Jorn, Silkeborg / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Wynrich Zlomke
 

Asger Jorn (1914–1973) gilt als bedeutendster dänischer Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein kraftvolles Werk steht ebenso für einen offenen Kunstbegriff und durchlässige Grenzen
wie ein kollektives Kunstschaffen. Ihm gelang es, sich von klassischen Normen freizumachen; dem ästhetisch Schönen setzte er das Chaotische, Exzessive und Hässliche entgegen, dem Ernsthaften das Alberne und Groteske. In der skandinavischen Kunst der Frühgeschichte, des Mittelalters und der Volkskunst sah Jorn die Quelle für das Unbekannte, Irrationale und Imaginäre. Zahlreiche seiner Malereien sind von wesenhaften, tierähnlichen Gestalten bevölkert, die einer experimentellen Formfindung entstammen. Ähnlich der nordischen Mythologie, mit der sein Werk aufs engste verknüpft ist, handelt es sich bei den tierähnlichen Wesen nur um scheinbar fixierte Identitäten. Auch in den bunt schillernden Animationsfilmen des international renommierten schwedischen Künstlerduos Nathalie Djurberg & Hans Berg (*1978) treten wundersame animalische Figuren in Erscheinung, die sich jeglicher simplen Einordnung entziehen. Inmitten traumartiger Szenerien durchspielen die formbaren Geschöpfe aus Knetmasse im Rollentausch von Tier und Mensch die Extreme zwischenmenschlicher Beziehungen wie Macht und Ohnmacht, Fürsorge und Missbrauch, Liebe und Gewalt. Auf grotesk-humorvolle Weise verhandeln die zunächst an die Welt der Kinderfilme erinnernden Animationen die triebhaften, irrationalen Anteile unserer Existenz und werden durch musikalische Kompositionen verdichtet. 


 Die Wesen von Jorn und Djurberg sind Gestaltwandler, die auf den Fluss auftauchender und wieder versinkender Vorstellungen antworten. Beiden künstlerischen Positionen gelingt es, klassische Wert- und Formbegriffe zu sprengen, um dem Unbekannten und der Imagination im freien, ergebnisoffenen Experiment Platz einzuräumen und dabei Humor und Abgründigkeit eng zu verzahnen. Im medienübergreifenden Zusammenschluss entführen die farbmächtigen Bildwelten der skandinavischen Künstler den Betrachter auf eine Reise in die unbeherrschbare Zone zwischen Traum und Wirklichkeit.

 
 
 
 

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