Ausstellungen Vorschau

SOPHIE CALLE (1./2. OG)

7. März bis 7. Juni 2020

 
 
Sophie Calle, The Blind / Les Aveugles, Sheep, Delon, my mother, 1986, © Sophie Calle / VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Sophie Calle, The Blind / Les Aveugles, Sheep, Delon, my mother, 1986, © Sophie Calle / VG Bild-Kunst, Bonn 2019
 
 

Die Werke der französischen Konzeptkünstlerin Sophie Calle (*1953), einer der profiliertesten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart, sind Dokument und Erfindung, Wirklichkeit und Fiktion zugleich. Sophie Calle ist eine virtuose Erzählerin, die ihre Geschichten im Spann-ungsfeld von fotografischem Bild und Text ausbreitet und die Imaginationskraft des Betrachters einbindet. Ihre präzise inszenierten Gegenüberstellungen von Fotografie und Text thematisieren sowohl das eigene Leben als auch das der Anderen und machen weder vor der persönlichen noch vor der fremden Intimsphäre halt. Anhand von existentiellen Themen wie Blindheit, Liebe, Verlust, Trauer und Geschichtskultur rücken die verschiedenen Werkgruppen das Abwesende und dessen Weiterleben in der Erinnerung in den Mittelpunkt. Ausgehend von gesellschaftlichen Beobachtungen, autobiografischen Fragestellungen, Recherchen und Interviews entsteht ein Netzwerk gesammelter und inszenierter Spuren, das den inneren Bildern, Assoziationen und Vorstellungen eine unausweichliche Präsenz verleiht.

Anknüpfend an die zweiteilige Ausstellung Sophie Calles im Fotomuseum Winterthur und Kunstmuseum Thun in der Schweiz 2019 zeigt die Einzelausstellung nach 15 Jahren eine der umfangreichsten Werkschauen Sophie Calles in Deutschland.

 

 

SAMMLUNG SELINKA. LEBENSGEFÜHL LANDSCHAFT (EG)

7. März bis 7. Juni 2020

 
 
Gabriele Münter, Landschaft mit Kühen, um 1912, Öl auf Karton, Sammlung Selinka, VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Wynrich Zlomke
Gabriele Münter, Landschaft mit Kühen, um 1912, Öl auf Karton, Sammlung Selinka, VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Wynrich Zlomke
 
 

Die Landschaft als unmittelbarer Lebensraum steht im Zentrum der im Sammlungsraum präsentierten expressionistischen Werke. Die Malereien und Druckgrafiken zeugen von der Bedeutung der Landschaft als Inspirationsquelle und persönlicher Rückzugsort für die Künstler. Die Motive spiegeln Lebensstationen wider und erzählen von der Sehnsucht nach der ›ursprünglichen Natur‹. Gabriele Münter (1877–1962) verbrachte viele Sommer in ihrem Haus in Murnau am Staffelsee. »Ich habe dort (…) einen großen Sprung gemacht, vom Naturabmalen (…) zum Fühlen eines Inhalts, zum Abstrahieren, zum Geben eines Extrakts.« Auch im Leben Karl Schmidt-Rottluffs (1884–1976) sorgte die Landschaft immer wieder für den Antrieb seines künstlerischen Schaffens. Kurz nach der Auflösung der Künstlergruppe Brücke (1905–1913) wandte er sich von dem großstädtischen Berlin ab und fand in dem Fischerort Nidden an der Ostsee einen neuen Ort der Inspiration. 


Mit Arbeiten von Gabriele Münter, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Lyonel Feininger, Erich Heckel, Otto Mueller und Andreas von Jawlensky

 

 

AUSZEIT
VON PAUSEN UND MOMENTEN DES AUFBRUCHS (1./2. OG, EG)

27. Juni bis 4. Oktober 2020

 
 
Max Pechstein, Früher Morgen, 1911, Öl auf Leinwand, Sammlung Selinka, © Max Pechstein, Pechstein Hamburg / Tökendorf, 2019
Max Pechstein, Früher Morgen, 1911, Öl auf Leinwand, Sammlung Selinka, © Max Pechstein, Pechstein Hamburg / Tökendorf, 2019
 
 

Das Bedürfnis nach einer ›Auszeit‹ ist den meisten Menschen vertraut. Nicht erst im Zeitalter der Digitalisierung, des Multitasking, der Selbstoptimierung, des Burn- und Boreouts werden zweckfreie Ruhephasen oder das Ausgelassensein immer wichtiger. Die Gruppenausstellung nähert sich dem vielschichtigen Thema der Auszeit in künstlerischen Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts. Bereits in den expressionistischen Werken der Künstlergruppe Brücke (1905–1913) klingen Auszeiten des Vergnügens und der Verweigerung an. In den Darstellungen der Ausflüge in die Natur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie dem Nacktbaden an den Moritz-burger Teichen, wird sowohl die erholsame Pause vom Alltag als auch ein Gegenentwurf zur Prüderie der wilhelminischen Gesellschaft und zur Entfremdung des Menschen von der Natur durch die Industrialisierung erkennbar. Auch in den zeitgenössischen Positionen rückt die Auszeit als Teil einer Gesellschaftskritik ins Zentrum: Die Werke erzeugen eine Verschiebung der Aufmerksamkeitsökonomie, in der alternative Zeitkonzepte, Zufall, Leere und Stille präsent werden.

Die Ausstellung untersucht das Spannungsfeld der ›Auszeit‹ mit Augenblicken des Genusses und Momenten der Muße ebenso wie als Form der Verweigerung und des Widerstandes. In den medien- und generationsübergreifenden künstlerischen Arbeiten wird der Begriff der ›Auszeit‹ in seiner Komplexität und gesellschaftlichen Aktualität sichtbar. Spätestens durch die Werke, die zur Kontemplation oder nicht selten auch humoristisch zur Entschleunigung anregen, wird die Auszeit für jeden Besucher selbst erfahrbar.

 

 

HELMUT STURM (1./2. OG)

24. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021

 
 
Helmut Sturm, ohne Titel, 1961 (Detail), Öl auf Leinwand, 160,5 x 141 cm, Kunsthalle Emden, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Kunsthalle Emden / Martinus Ekkenga
Helmut Sturm, ohne Titel, 1961 (Detail), Öl auf Leinwand, 160,5 x 141 cm, Kunsthalle Emden, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Kunsthalle Emden / Martinus Ekkenga
 
 

Die retrospektive Ausstellung gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das facettenreiche Werk des Malers Helmut Sturm (1932–2008) und beleuchtet seine verschiedenen Schaffens-phasen von Ende der 1950er-Jahre bis zu seinem Tod. Die farbmächtigen Arbeiten Helmut Sturms sind bedeutende Zeugnisse einer abstrakt expressiven Malerei in Deutschland nach 1945, die es versteht, das Figurative in die dynamischen Bildwelten einzubinden. Für Sturm war die Leinwand ein »räumlich bewegtes Spielfeld«, in dem sich Geschlossenheit und Expansion, Konstruktion und spontaner Gestus mit »allerlei Gerümpel aus der Spielzeugkiste der Wirklichkeit« vereinen. Die permanente Befragung seiner Malerei hat er sich zur Lebens-aufgabe gemacht. Der langjährige Professor an der Kunstakademie München gehörte zu den Gründungsmitgliedern und zentralen Akteuren der Künstlergruppen ›SPUR‹, ›Geflecht‹ und ›Kollektiv Herzogstrasse‹. SPUR (1958–1965) zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlergemeinschaften der Nachkriegszeit und bildet neben dem Expressionismus und der Künstlergruppe CoBrA einen der Schwerpunkte der Sammlung Selinka im Kunstmuseum Ravensburg. Mit ihren provokanten kulturpolitischen Manifesten und Aktionen trug die Gruppierung maßgeblich zur Aufbruchstimmung im Deutschland der 1960er-Jahre bei, um Bilder einer anderen Wirklichkeit zu schaffen.


Die Ausstellung und ein umfangreicher Katalog entstehen in Kooperation mit der Kunsthalle Emden, dem Museum Lothar Fischer und dem Nachlass Helmut Sturm.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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