AUSSTELLUNGEN VORSCHAU


EMEKA OGBOH. THE WAY EARTHLY THINGS ARE GOING (2. OG)

17. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021

Erweiterte Vernissage: Freitag, 16. Oktober, 16-21 Uhr

Emeka Ogboh, The Way Earthly Things Are Going, 2017, © Emeka Ogboh, Tate Modern 2017
Emeka Ogboh, The Way Earthly Things Are Going, 2017, © Emeka Ogboh, Tate Modern 2017
 
 

Das Kunstmuseum Ravensburg zeigt erstmals in Deutschland die eindringliche Sound- und Lichtinstallation THE WAY EARTHLY THINGS ARE GOING (Der Lauf der irdischen Dinge) von Emeka Ogboh (*1977, lebt in Berlin), die der nigerianische Künstler 2017 für die documenta 14 in Athen konzipiert hat. Sie entstand im Zuge seiner Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise, im Speziellen mit der griechischen Wirtschaftskrise. Der Titel der Arbeit stammt aus dem Liedtext »So Much Trouble in the World« von Bob Marley. Die Mehrkanal-Installation verbindet ein polyphones altgriechisches Klagelied mit Börsendaten der Welt-Aktienindizes, die in Echtzeit auf ein LED-Band übertragen werden. Ogboh stellt die laufenden Berichte der Kapitalmärkte – wie die Reaktion der Börsenkurse auf die Coronakrise – in Dialog mit dem ergreifenden Gesang über erzwungene Migration und die Suche nach einem besseren Leben. Die raumgreifende Komposition aus Klang und Licht stößt Fragen an, die uns auch im Jahr 2020 bewegen.

Einem breiten Publikum wurde Ogboh durch die Klanginstallation »The Song of the Germans« (2015) bekannt, die die deutsche Nationalhymne in den Muttersprachen von in Berlin lebenden Afrikanern erklingen ließ. Mit seinem inzwischen legendären, jeweils ortsspezifisch angefertigten Bier »Sufferhead Original« (seit 2017) vereint er die Geschmacksvorlieben afrikanischer Communitys mit lokaler Brautradition in Deutschland. In seinen Soundarbeiten und multimedialen Installationen untersucht Emeka Ogboh wie Hör- und Geschmackserfahrungen unsere kulturelle Identität prägen, um Fragen rund um die Themen Migration, Heimat und Integration aufzuwerfen.

 

 

FOKUS: EXPRESSIONISMUS. Sammlung Selinka (1. OG)

17. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021
Erweiterte Vernissage: Freitag, 16. Oktober, 16-21 Uhr

 
Max Pechstein, Badende IX, 1911/12, Sammlung Selinka, © Max Pechstein, Pechstein Hamburg / Tökendorf, 2020, Foto: Wynrich Zlomke
Max Pechstein, Badende IX, 1911/12, Sammlung Selinka, © Max Pechstein, Pechstein Hamburg / Tökendorf, 2020, Foto: Wynrich Zlomke
 
 

Fundament des Kunstmuseum Ravensburg ist die Sammlung Selinka. Etwa zwei Drittel der Sammlung besteht aus Werken des deutschen Expressionismus, vorwiegend aus Arbeiten der Künstlergruppe Brücke (1905-1913). Die Werkschau setzt mit zahlreichen Druckgrafiken, wie den charakteristischen Holzschnitten sowie Aquarellen und Gemälden einen Schwerpunkt bei den 1910er-Jahren und gibt Einblick in die umfangreichen Neurahmungen, die in den letzten zwei Jahren im Museum erfolgt sind. Die jungen Künstler, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts gegen die herrschenden gesellschaftlichen und politischen Strukturen sowie die traditionelle Malerei auflehnten, verkörperten ein neues Lebensgefühl. Nicht das Abbild der Realität, sondern das ›Fühlen‹ eines Inhaltes rückte in den Mittelpunkt.

 

 

DER BLAUE VOGEL. CORNEILLE AUS KINDERAUGEN (EG)

17. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021

Vernissage für Kinder: Freitag, 23. Oktober, 11-17 Uhr 

 

Eine Ausstellung von Kindern für Kinder. Ausgehend von den farbigen Druckgrafiken des niederländischen Künstlers Corneille (1922-2010) wurde ein partizipatorisches Projekt mit Kindern im Sammlungsraum des Museums umgesetzt. Corneille zählt zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe CoBrA (1948-1951), die einen der Schwerpunkte der Sammlung Selinka bildet. Ermöglicht durch die Freunde des Kunstmuseums Ravensburg. 

 

 

AUSZEIT
VON PAUSEN UND MOMENTEN DES AUFBRUCHS (1./2. OG, EG)

27. Februar bis 20. Juni 2021 

Vernissage: 26. Februar, 19 Uhr

 
 
Bas Jan Ader, ohne Titel (Tea party), 1971 (Detail), 16mm-Film auf DVD, 1:51 Min., s/w,  production still (color), © The Estate of Bas Jan Ader / Mary Sue Ader Andersen / The Artist Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Courtesy of Meliksetian | Briggs, Los Angeles
Bas Jan Ader, ohne Titel (Tea party), 1971 (Detail), 16mm-Film auf DVD, 1:51 Min., s/w, production still (color), © The Estate of Bas Jan Ader / Mary Sue Ader Andersen / The Artist Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Courtesy of Meliksetian | Briggs, Los Angeles
 
 

Das Bedürfnis nach einer ›Auszeit‹ ist den meisten Menschen vertraut. Nicht erst im Zeitalter der Digitalisierung, des Multitasking, der Selbstoptimierung, des Burn- und Boreouts werden zweckfreie Ruhephasen oder das Ausgelassensein immer wichtiger. Die Gruppenausstellung nähert sich dem vielschichtigen Thema der Auszeit in künstlerischen Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts. Bereits in den expressionistischen Werken der Künstlergruppe Brücke (1905–1913) klingen Auszeiten des Vergnügens und der Verweigerung an. In den Darstellungen der Ausflüge in die Natur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie dem Nacktbaden an den Moritzburger Teichen, wird sowohl die erholsame Pause vom Alltag als auch ein Gegenentwurf zur Prüderie der wilhelminischen Gesellschaft und zur Entfremdung des Menschen von der Natur durch die Industrialisierung erkennbar. Auch in den zeitgenössischen Positionen rückt die Auszeit als Teil einer Gesellschaftskritik ins Zentrum: Die Werke erzeugen eine Verschiebung der Aufmerksamkeitsökonomie, in der alternative Zeitkonzepte, Zufall, Leere und Stille präsent werden.

Die Ausstellung untersucht das Spannungsfeld der ›Auszeit‹ mit Augenblicken des Genusses und Momenten der Muße ebenso wie als Form der Verweigerung und des Widerstandes. In den medien- und generationsübergreifenden künstlerischen Arbeiten wird der Begriff der ›Auszeit‹ in seiner Komplexität und gesellschaftlichen Aktualität sichtbar. Spätestens durch die Werke, die zur Kontemplation oder nicht selten auch humoristisch zur Entschleunigung anregen, wird die Auszeit für jeden Besucher selbst erfahrbar.

 

 

HELMUT STURM. SPielfelder der Wirklichkeit (1./2. OG)

10. Juli 2021 bis 10. Oktober 2021 

Vernissage: 9. Juli, 19 Uhr

 
 
Helmut Sturm, Infernalezza, 1962-63, Mischtechnik auf Leinwand, CAMeC | Centro Arte Moderna e Contemporanea La Spezia, Cozzani collection
Helmut Sturm, Infernalezza, 1962-63, Mischtechnik auf Leinwand, CAMeC | Centro Arte Moderna e Contemporanea La Spezia, Cozzani collection
 
 

Die retrospektive Ausstellung gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das facettenreiche Werk des Malers Helmut Sturm (1932–2008) und beleuchtet seine verschiedenen Schaffens-phasen von Ende der 1950er-Jahre bis zu seinem Tod. Die farbmächtigen Arbeiten Helmut Sturms sind bedeutende Zeugnisse einer abstrakt expressiven Malerei in Deutschland nach 1945, die es versteht, das Figurative in die dynamischen Bildwelten einzubinden. Für Sturm war die Leinwand ein »räumlich bewegtes Spielfeld«, in dem sich Geschlossenheit und Expansion, Konstruktion und spontaner Gestus mit »allerlei Gerümpel aus der Spielzeugkiste der Wirklichkeit« vereinen. Die permanente Befragung seiner Malerei hat er sich zur Lebens-aufgabe gemacht. Der langjährige Professor an der Kunstakademie München gehörte zu den Gründungsmitgliedern und zentralen Akteuren der Künstlergruppen ›SPUR‹, ›Geflecht‹ und ›Kollektiv Herzogstrasse‹. SPUR (1958–1965) zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlergemeinschaften der Nachkriegszeit und bildet neben dem Expressionismus und der Künstlergruppe CoBrA einen der Schwerpunkte der Sammlung Selinka im Kunstmuseum Ravensburg. Mit ihren provokanten kulturpolitischen Manifesten und Aktionen trug die Gruppierung maßgeblich zur Aufbruchstimmung im Deutschland der 1960er-Jahre bei, um Bilder einer anderen Wirklichkeit zu schaffen.


Die Ausstellung und ein umfangreicher Katalog entstehen in Kooperation mit der Kunsthalle Emden, dem Museum Lothar Fischer und dem Nachlass Helmut Sturm.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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