Ausstellungen Vorschau

FACE IT! Im Selbstgespräch mit dem Anderen

29. Juni bis 29. September 2019

Vernissage: Freitag, 28. Juni, 19 Uhr

 
Links: Erich Heckel, Vorm Spiegel, 1920, Lithografie, 56,4 x 43,3 cm, Sammlung Selinka, © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: Thomas Weiss / Rechts: Bjørn Melhus, Das Zauberglas (The Magic Class), 1991 (Still), Video, 6:00 Min., Farbe, Ton, © Bjørn Melhus / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Links: Erich Heckel, Vorm Spiegel, 1920, Lithografie, 56,4 x 43,3 cm, Sammlung Selinka, © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: Thomas Weiss / Rechts: Bjørn Melhus, Das Zauberglas (The Magic Class), 1991 (Still), Video, 6:00 Min., Farbe, Ton, © Bjørn Melhus / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
 

Die Gruppenausstellung rückt das Gesicht als Medium zwischen dem ›Ich‹ und dem ›Anderen‹ in den Mittelpunkt als Nahtstelle zwischen Präsenz und Repräsentation. Im Dialog zwischen Werken des frühen 20. Jahrhunderts und zeitgenössischen KünstlerInnen und im Zusammenspiel mit der eigenen Sammlung zeigt sich das Gesicht als Schauplatz von Emotionen, die vom jeweiligen Selbstbild wie von gesellschaftlichen Konventionen überformt werden. Das Gesicht ist zugleich Ort des Zeigens und Verbergens, der Inszenierung und des Rückzugs. Mit den thematischen Schwerpunkten: »Privatim: Schlaf–Ekstase–Tod«, »Jenseits dichotomer Rollenbilder«, »Expressives Mienenspiel« sowie »Spiegelungen und Doppelgänger« untersucht die Ausstellung das Gesicht im Spannungsfeld von Selbstausdruck, Selbstbild und gesellschaftlichen Codes. Wer (s)ein Gesicht betrachtet, will sich ein Bild machen. Der Spiegel ist Ort des Austauschs der eigenen Blicke mit sich selbst und bietet immer wieder Anlass, die Distanz zwischen dem ›Ich‹ und dem ›Anderen‹, zwischen dem Selbst- und Spiegelbild neu zu vermessen. Auch der Blickwechsel mit einem Gegenüber beinhaltet zugleich den Verweis auf sich selbst, auf die eigenen Rollen und Selbstbilder. Im inneren Dialog wird das Gesicht so als Spiegel des Selbst im Anderen erfahrbar.


U. a. mit Werken von Karel Appel (1921–2006 NL), Marlene Dumas (*1953 ZA), Nan Goldin
(*1953 US), Asta Gröting (*1961 DE), Zhang Huan (*1965 CN), Erich Heckl (1883–1970 DE), Alexej von Jawlensky (1865–1941 RU), Cindy Sherman (*1954 US), Max Kaus (1891–1977 DE), Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938 DE), Jürgen Klauke (*1943 DE), VALIE EXPORT (*1940 AT),  Bjørn Melhus (*1966 DE), Marjoleine Boonstra (*1959 NL), Ugo Rondinone (*1964 CH), Arnulf Rainer (*1929 AT), John Smith (*1952 UK), Albrecht Tübke (*1971 DE), Mark Wallinger (1959 UK), Aura Rosenberg (*1949 US), Zanele Muholi (*1972 ZA), Dieter Appelt (*1935  DE)


NATHALIE DJURBERG & HANS BERG im Dialog mit ASGER JORN

19. Oktober 2019 bis 26. Januar 2020

Vernissage: Freitag, 18. Oktober, 19 Uhr

 
Links: Nathalie Djurberg & Hans Berg, Am I Allowed To Step On This Nice Carpet, 2018 (Still), Stop-Motion-Animation, 6:12 Min., Courtesy die Künstler, Gió Marconi, Milan, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Rechts: Asger Jorn, Eine CoBrA-Gruppe, 1964, Öl auf Leinwand, 132 x 162 cm, Sammlung Selinka, © Donation Jorn, Silkeborg / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Wynrich Zlomke
Links: Nathalie Djurberg & Hans Berg, Am I Allowed To Step On This Nice Carpet, 2018 (Still), Stop-Motion-Animation, 6:12 Min., Courtesy die Künstler, Gió Marconi, Milan, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Rechts: Asger Jorn, Eine CoBrA-Gruppe, 1964, Öl auf Leinwand, 132 x 162 cm, Sammlung Selinka, © Donation Jorn, Silkeborg / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Wynrich Zlomke
 

Asger Jorn (1914–1973) gilt als bedeutendster dänischer Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein kraftvolles Werk steht ebenso für einen offenen Kunstbegriff und durchlässige Grenzen
wie ein kollektives Kunstschaffen. Ihm gelang es, sich von klassischen Normen freizumachen; dem ästhetisch Schönen setzte er das Chaotische, Exzessive und Hässliche entgegen, dem Ernsthaften das Alberne und Groteske. In der skandinavischen Kunst der Frühgeschichte, des Mittelalters und der Volkskunst sah Jorn die Quelle für das Unbekannte, Irrationale und Imaginäre. Zahlreiche seiner Malereien sind von wesenhaften, tierähnlichen Gestalten bevölkert, die einer experimentellen Formfindung entstammen. Ähnlich der nordischen Mythologie, mit der sein Werk aufs engste verknüpft ist, handelt es sich bei den tierähnlichen Wesen nur um scheinbar fixierte Identitäten. 


Auch in den bunt schillernden Animationsfilmen des international renommierten schwedischen Künstlerduos Nathalie Djurberg & Hans Berg (*1978) treten wundersame animalische Figuren in Erscheinung, die sich jeglicher simplen Einordnung entziehen. Inmitten traumartiger Szenerien durchspielen die formbaren Geschöpfe aus Knetmasse im Rollentausch von Tier und Mensch die Extreme zwischenmenschlicherm Beziehungen wie Macht und Ohnmacht, Fürsorge und Missbrauch, Liebe und Gewalt. Auf grotesk-humorvolle Weise verhandeln die zunächst an die Welt der Kinderfilme erinnernden Animationen die triebhaften, irrationalen Anteile unserer Existenz. Die Wesen von Jorn und Djurberg sind Gestaltwandler, die auf den Fluss auftauchender und wieder versinkender Vorstellungen antworten. Beiden künstlerischen Positionen gelingt es, klassische Wert- und Formbegriffe zu sprengen, um dem Unbekannten und der Imagination im freien, ergebnisoffenen Experiment Platz einzuräumen und dabei Humor und Abgründigkeit eng zu verzahnen. Im medienübergreifenden Zusammenschluss entführen die farbmächtigen Bildwelten der skandinavischen Künstler den Betrachter auf eine Reise in die unbeherrschbare Zone zwischen Traum und Wirklichkeit.

 
 
 
 

Premiumsponsoren



Sponsoren

 
 
Kontakt     •     Impressum     •     Datenschutz     •     Newsletter